Bundesliga

TSG-Sportchef Schicker vor BVB-Spiel: "Es wird im Sommer Veränderungen geben"

Hoffenheim will gegen Dortmund den Anschluss an die Champions-League-Plätze halten. Die Zukunft einiger TSG-Spieler ist aber noch offen. Wie geht es für die Leistungsträger weiter?

Teilen

Stand

Von Autor/in Stefan Sander

Wenn sich die Saison dem Ende entgegen neigt, geht die Diskussion um den Kader los. Das ist auch in Hoffenheim nicht anders. Doch dieses Jahr unterscheidet sich erheblich vom vergangenen.

Schickers Vision und was daraus geworden ist

12. April 2025: Andreas Schicker wirkt erleichtert und schnauft durch, als er sich zum Interview mit SWR Sport auf die Hoffenheimer Trainerbank im Stadion setzt. Die TSG hat gerade einen wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt gegen Mainz 05 eingefahren.

Wenige Minuten nach dem Erfolg zeigt sich der Geschäftsführer Sport im Gespräch direkt selbstbewusst. Schicker spricht über einen einstelligen Tabellenplatz in der kommenden Saison. Er will zeitnah mit der TSG Hoffenheim international spielen.

Andreas Schickers Plan geht in Hoffenheim auf

"Ich erinnere mich an das Gespräch damals", erzählt Schicker auf seiner schwarzen Ledercouch im hellen Büro auf dem Trainingsgelände in Zuzenhausen. "Zum Glück hat vieles davon bis jetzt funktioniert", sagt er mit einem leichten Schmunzeln im Gesicht. An seiner Philosophie habe sich nichts geändert. "Der mittelfristige Weg ist es, auf junge Spieler zu setzen, die am Ende auch wieder gewinnbringend verkauft werden können", sagt Schicker.

Hoffenheims Kassen könnten sich füllen

Mittlerweile ist Bazoumana Tourés Marktwert laut "Transfermarkt" auf 35 Millionen Euro gestiegen. Auch ein Verkauf von Fisnik Asllani kann viel Geld in die Hoffenheimer Kassen bringen. Eine mögliche Ablöse wird auf 30 Millionen Euro geschätzt. Zuletzt wurde der Stürmer mit dem FC Barcelona und dem kommenden Gegner Borussia Dortmund in Verbindung gebracht. Auch andere Hoffenheimer machen auf sich aufmerksam. Leon Avdullahus Marktwert soll bei 25 Millionen Euro liegen, Albian Haijdari und Wouter Burger kommen auf geschätzte 20 Millionen. Der Wert von Stürmer Tim Lemperle ist ebenfalls gestiegen (Ca. 15 Mio.).

Wie geht es mit Führungsspielern der TSG weiter?

Den Verkauf von Führungsspielern schließt Andreas Schicker nicht aus. "Ich bin hier angetreten mit dem Plan, dass Hoffenheim eine Plattform ist, wo sich Spieler sehr gut entwickeln können. Wenn alles passt, machen wir die Tür wieder auf, um Spieler zu größeren Vereinen verkaufen zu können."

Den Abschied von wichtigen Spielern in Hoffenheim ist also denkbar, ein kompletter Umbruch wie letzte Saison soll es aber nicht geben. "Es wird nicht so sein, dass wir einen totalen Verkauf machen. Da braucht keiner Angst haben. Ein gesunder Mix ist wichtig und wenn wir am Ende Transfer-Erlöse erzielen, ist es umso schöner", sagt Schicker.

Bleibt TSG-Ikone Andrej Kramaric?

Neben den jüngeren Spielern ist auch ein erfahrener Hoffenheim-Akteur Thema. Der Vertrag von Andrej Kramaric läuft diese Saison aus. Der 34-Jährige spielt bereits über zehn Jahre in Hoffenheim und ist aktuell Toptorschütze seines Teams. Kramaric soll mehren Medienberichten zufolge Gespräche mit einem Berater in London über seine Zukunft geführt haben. Verein und Spieler haben sich bis jetzt nicht auf einen neuen Vertrag geeinigt.

Gegner BVB gut für die Hoffenheimer Köpfe

Die mögliche Teilnahme an der Champions League in der kommenden Saison ist bei den Wechselgedanken sicherlich ein Thema. Mit einem Sieg gegen Borussia Dortmund würden die Hoffenheimer an der Spitzengruppe in der Bundesliga dranbleiben. Der BVB spielt allerdings punktemäßig seine beste Rückrunde seit 60 Jahren und Hoffenheim ist seit vier Partien ohne Sieg. "Vielleicht ist das Spiel gegen den BVB gut für die Köpfe der Jungs, weil man nicht drei Punkte direkt erwarten kann", sagt Schicker.

Grundsätzlich sei die Teilnahme an jedem europäischen Wettbewerb ein Erfolg. "Wir stehen bei 51 Punkten und das hätten wir vor der Saison alle unterschrieben. Wir haben nicht mit Champions League und internationalen Wettbewerb budgetiert." Die Königsklasse ist für viele Spieler aber sicher nochmal ein ganz besonderer Anreiz.

Stuttgart, Freiburg, Hoffenheim, Mainz, Schalke

SWR Sport | 19.04. ab 21:45 Uhr SWR Sport mit Hoffenheims Andi Schicker und der Meisterfrage in der Bundesliga

Entscheidet sich am Wochenende die Meisterschaft zugunsten des FC Bayern? Hoffenheim könnte gegen Dortmund Schützenhilfe leisten. Studiogast bei SWR Sport ist TSG-Geschäftsfühter Andi Schicker.

SWR Sport SWR

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Stefan Sander
Stefan Sander lächelt im Stehen in die Kamera.