Die TSG Hoffenheim hat am 22. Bundesliga-Spieltag den SC Freiburg völlig verdient mit 3:0 (0:0) besiegt und darf weiter von der Champions League träumen. Fisnik Asllani brachte die TSG direkt nach der Pause in Führung (46.), Ozan Kabak legte kurze Zeit später nach (51.). Den Schlusspunkt setzte Valentin Gendrey in der Nachspielzeit (90.+5).
"Das lief richtig gut heute. Wir wollten eine Top-Leistung bringen und drei Punkte holen. Und das hat geklappt. Aber es war ein schweres Spiel mit vielen Zweikämpfen", sagte Torschütze Kabak im Sportschau-Interview. Bei den Freiburgern herrschte dagegen Enttäuschung. "Das haben wir uns heute nicht so vorgestellt. Irgendwie haben ein bisschen die Körner gefehlt und Hoffenheim hat gut den Ball laufen lassen. Wir haben dagegen in vielen entscheidenden Zweikämpfen das Nachsehen gehabt", sagte Philipp Treu.
Beim Sport-Club stand nicht Julian Schuster an der Seitenlinie, der im Spiel gegen Werder Bremen (1:0) seine vierte Gelbe Karte gesehen hatte und daher gesperrt von der Tribüne aus zuschauen musste. Vertreten wurde er von Co-Trainer Lars Voßler, der im September 2018 schon einmal ein Spiel der Freiburger in Hoffenheim gecoacht hatte. Damals hatte er Christian Streich vertreten, der seinerzeit einen Hexenschuss hatte.
Für die Hoffenheimer war es das 600. Spiel ihrer Bundesliga-Historie. Auf dem Platz starteten beide Teams ohne großes Abtasten. Schon nach knapp einer Minute setzte Maximilian Eggestein eine erste Duftmarke, doch seine Volleyabnahme war sichere Beute von DFB-Keeper Oliver Baumann.
Kramarics Geniestreich wird zurückgepfiffen
Auch die Gastgeber suchten sofort den Weg nach vorne. Nach fünf Minuten sorgte Andrej Kramaric mit einem Geniestreich für Jubel bei den Heimfans, als er SC-Torhüter Noah Atubolu mit einem Lupfer aus 35 Metern überraschte. Der Treffer wurde jedoch wegen einer knappen Abseitsstellung vom VAR kassiert. Die TSG nahm aber den Schwung der vermeintliche Führung mit und setzte die Freiburger mächtig unter Druck. In der 12. Minute bediente Grischa Prömel auf der rechten Seite Vladimir Coufal, der im letzten Moment von Christian Günter geblockt wurde.
Die Freiburger bekamen im Anschluss etwas mehr Zugriff auf das Spiel und wagten sich auch selbst mal wieder in die Offensive: Yuito Suzuki konnte den Ball durchs gesamte Mittelfeld treiben, seinem Abschluss aus knapp 20 Metern fehlte dann aber die Präzision (17.). Der Schwung der Anfangsphase war nun etwas verflogen. Die Hoffenheimer waren aktiver, doch der Sport-Club verteidigte konzentriert.
Hranac verpasst die Führung
Die nächste Chance bot sich Hoffenheims Wouter Burger, der einen abgewehrten Ball vom Strafraumrand mit seinem starken linken Fuß direkt nahm und das lange Eck nur um Zentimeter verfehlte (28.). Auf der anderen Seite schloss Derry Scherhant nach schöner Vorarbeit von Eggestein nicht entschlossen genug ab (30.).
Zum Ende der ersten Halbzeit nahm die Partie dann nochmal richtig Fahrt auf. Einen Hoffenheimer Konter unterband Philipp Treu im letzten Moment (42.). Eine Minute später köpfte erst Ozan Kabak Atubolu an, den Nachschuss hämmerte Robin Hranac an die Latte. Die TSG zog bis zum Pausenpfiff ein echtes Powerplay auf, doch die Freiburger Defensive hielt stand.
TSG Hoffenheim nach dem Wechsel wie entfesselt
Die TSG erwischte einen Blitzstart in den zweiten Abschnitt. Coufal flankte und im Zentrum köpfte Fisnik Asllani den Ball sehenswert ins lange Eck, wo der Ball vom Pfosten über die Linie ging. Gerade einmal 30 Sekunden waren da gespielt. Und Hoffenheim blieb dran: In der 49. Minute rutschte Burger bei seinem Abschluss aus, der Ball trudelte neben das Tor. Den zweiten Treffer holte dann Kabak nach, der nach einer Ecke wuchtig einköpfte.
Die Freiburger konnten sich kaum vom Druck der Gastgeber befreien und hatten Glück, dass Schiedsrichter Florian Exner den Einsatz von Bazoumana Touré gegen Max Rosenfelder als Foulspiel wertete, ansonsten wäre es die nächste große Chance für die TSG gewesen (53.). Der erst zur Halbzeit eingewechselte Rosenfelder verletzte sich bei der dieser Aktion und wurde durch Anthony Jung ersetzt. Am Montagabend teilte der SC Freiburg mit, dass er sich eine Muskelverletzung an der rechten Oberschenkelrückseite zugezogen hat und mehrere Wochen ausfällt.
Die Freiburger konnten sich dann etwas aus der Umklammerung lösen, ihrerseits aber auch keinen echten Druck aufbauen, Treus Abschluss verfehlte das lange Eck um einen knappen Meter (65.). Auf der Gegenseite zwang Asllani mit seinem strammen Distanzschuss Atubolu zu einer starken Parade (66.). Dann bediente Treu Eggestein, dessen abgefälschter Schuss das Tor verfehlte (72.). In der Folge legte die TSG mehr Wert auf die Kontrolle des Spiels als auf eigene Offensivbemühungen. Der Sport-Club war zwar bemüht, doch wenige Tage nach dem kräftezehrenden Pokalfight bei Hertha BSC fehlte bei den Breisgauern die letzte Power. Den Schlusspunkt setzte der gerade eingewechselte Gendrey in der Nachspielzeit mit einem strammen Rechtsschuss.
Hoffenheim in Köln gefordert - Freiburg gegen Gladbach
Die TSG steht mit 45 Punkten weiter auf Rang drei und hat den Einzug in die Königsklasse weiter fest im Blick. Freiburg steht mit 30 Punkten auf Rang acht und hat den Kontakt zu den internationalen Rängen vorerst verloren.
Für die Hoffenheimer geht's in der Bundesliga am kommenden Samstag (21. Februar, 15:30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Köln weiter. Einen Tag später empfängt der SC Freiburg Borussia Mönchengladbach, auch dieses Spiel wird um 15:30 Uhr angepfiffen.