DFB-Pokal | Historie

Achtung, VfB Stuttgart: Holstein Kiel blamierte sogar schon die großen Bayern

Am Mittwoch (20:45) Uhr spielt der VfB Stuttgart im Viertelfinale des DFB-Pokals bei Zweitligist Holstein Kiel. Die Schwaben sollten gewarnt sein, warfen doch die "Störche" vor fünf Jahren den FC Bayern München aus dem Rennen.

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Stand

Von Autor/in Kersten Eichhorn

Es war eine eigenartige Szenerie an diesem späten Mittwochabend des 13. Januar 2021. Ein eiskalter Schneesturm fegte übers kleine Kieler Fußballstadion hinweg, die Tribünen so gut wie leer wegen der Corona-Beschränkungen. Und unten auf dem matschigen Rasen hüpften und tanzten ganz in Schwarz gekleidete Fußballer völlig losgelöst und schreiend vor Freude durch die Arena. Die Mannschaft ganz in Rot trottete daneben mit Hängeköpfen in die Kabine.

Das Team von Holstein Kiel um den damaligen Trainer Ole Werner, das Team in Schwarz, hatte für eine handfeste Sensation gesorgt und den großen FC Bayern München aus dem DFB-Pokal geworfen. 2:2-Unentschieden hatte es nach 90 und 120 Minuten geheißen, im darauffolgenden, dramatischen Elfmeterschießen siegten die Kieler mit 6:5.

Kiels Bayern-Schock in der fünften Minute der Nachspielzeit

Dabei war zunächst alles relativ normal abgelaufen in dieser zweiten Pokalrunde. Der haushohe Favorit aus München quälte sich bei diesen ungemütlichen Bedingungen über die Zeit, lag zweimal durch Serge Gnabry und Leroy Sané standesgemäß in Führung. Der bissige Zweitligist aber ließ nicht locker, schaffte zweimal den Ausgleich.

Das 2:2 fiel sogar hochdramatisch zu einem Zeitpunkt, als niemand mehr damit gerechnet hatte: In der fünften Minute der Nachspielzeit bugsierte Holstein-Kapitän Hauke Wahl den Ball mit der Schulter zum 2:2 ins Bayern-Tor: "Das war gar nicht so gewollt", lachte danach der Kieler Verteidiger ins ARD-Mikro, "mit dem Kopf hätte ich den Ball nicht reingemacht, dafür war der Winkel zu schlecht".

Entscheidung durch Finn Bartels gegen Manuel Neuer

Was danach kam, so Kiel-Kapitän Wahl, "war einfach nur geil". Im Elferschießen verwandelten zunächst alle fünf Spieler beider Mannschaften. Dann verschoss Bayerns Spanier Mark Roca und es lag an Kiels Finn Bartels, den Deckel auf die Sensation zu machen: Der Holstein-Routinier schoss flach nach rechts, Torhüter Manuel Neuer fiel nach links: 6:5 für die "Störche", Bayern war böse blamiert und Münchens Coach Hansi Flick die Pudelmütze tief ins Gesicht gerutscht.

Auch Mainz und Freiburg ließen an der Förde Federn

Kiel, die Stadt der Störche, ist längst auch eine Stadt der Pokal-Sensationen. Nicht erst seit der Bayern-Blamage! Der VfB Stuttgart sollte sich also am Mittwochabend (20:45 Uhr) unbedingt in Acht nehmen, schließlich mussten in den Jahren zuvor auch zwei Südwest-Bundesligisten an der Förde Federn lassen: Im Achtelfinale im Dezember 2011 verlor Mainz 05 in Kiel mit 0:2. In der zweiten Pokalrunde im Oktober 2018 schied der SC Freiburg bei Holstein mit 1:2 aus.

Und auch in der laufenden Saison kegelte das kampfstarke Zweitliga-Ensemble um den früheren Hoffenheimer Trainer Marcel Rapp, der schon seit mehr als vier Jahren die Norddeutschen betreut, zwei weitere Bundesligisten aus dem Pokal: In der zweiten Runde siegte Kiel mit 1:0 beim VfL Wolfsburg, im Achtelfinale triumphierte Holstein 6:4 im Elfmeterschießen beim Hamburger SV. Der

Es wird am Mittwoch eiskalt und ungemütlich in Kiel

Übrigens, die Wettervorhersage für Mittwoch in Kiel sagt uns folgendes: Minustemperaturen, Schneeschauer, Sturmböen. Es könnte also auch für den Titelverteidiger VfB Stuttgart ungemütlich werden an der Ostsee. Wie vor fünf Jahren, an diesem unvergessenen 13. Januar 2021, für den Rekordsieger Bayern München. Der kam damals übrigens auch als Titelverteidiger nach Kiel...

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Autor/in
Kersten Eichhorn