FC Bayern, Köln, Hoffenheim und Dortmund: Das Auftaktprogramm des VfB Stuttgart in der Bundesliga hatte es in sich. Nach dem 0:1 (0:0) gegen den BVB gehen die Schwaben mit nur drei Punkten in die Länderspielpause.
"Das Spiel hatte schon ein besonderes Gewicht für uns. Schon auch deshalb, weil nach diesem Spiel die erste Phase der Saison vorbei ist", sagte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth nach dem Spiel im Interview. "Es zeigt, wo wir uns einordnen können und wie hoch unser Niveau tatsächlich ist. Nach dem Spiel kann ich sagen: Das war ein Spiel auf Augenhöhe."
"Gegen eine Top-Mannschaft musst du selbst eine absolute Top-Leistung bringen. Die Leistung war ordentlich. Auch ein 1:1 wäre möglicherweise ein gerechtes Ergebnis gewesen. Aber am Ende ist es nicht so", ergänzte Trainer Sebastian Hoeneß bei Sky. "Wir brauchen nicht ordentlich, sondern Top-Leistung, um sicherzugehen, dass wir etwas mitnehmen. Wir sehen Ansätze, aber über die Ansätze kommen wir noch nicht oft genug hinaus."
BVB schlägt eiskalt zu
Heißt: In der Tabelle hinkt der VfB etwas hinterher, obwohl die Schwaben dem neuen Tabellenführer ein Duell lieferten, das extrem umkämpft war. Doch am Ende zählen im Fußball nur Punkte - und die fehlen aktuell beim VfB. Nur gegen den 1. FC Köln konnte das Team von Hoeneß einen Sieg holen, ansonsten setzte es drei Pleiten.
Das Spiel gegen den BVB war lange ein Abnutzungskampf ohne die ganz großen Chancen, bis Jobe Bellingham Maximilian Beier im Zentrum bediente, wo der Ex-Hoffenheimer Finn Jeltsch entwischte und zum Tor des Tages traf. "Das eine Mal waren wir zu passiv, zu weit weg vom Mann. Das führt dann zum Gegentor", stellte Wohlgemuth fest. "Wobei ich ganz klar sagen muss: Wir haben heute wenig zugelassen."
VfB-Offensive fehlt gegen BVB die Durchschlagskraft
Während sich beide Teams in den vergangenen Jahren oft spektakuläre Duelle geliefert hatten, war es am Samstagabend ein eher von der Taktik geprägtes Spiel. Beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld. Wer das erste Tor schießt, wird das Spiel gewinnen: Dieser Gedanke dürfte vielen Zuschauern im Stadion durch den Kopf gegangen sein.
Am Ende war es der BVB, der die eine zündende Idee hatte. Und der Sieg ging letztlich auch in Ordnung. Der VfB spielte zwar mit großem Engagement, konnte die Dortmunder Defensive um den Ex-Stuttgarter Waldemar Anton aber nicht entscheidend unter Druck setzen. "Wir haben alles versucht, um den Ausgleich zu erzwingen. Das ist leider nicht gelungen", sagte Wohlgemuth. "Im letzten Drittel war das Entscheidungsverhalten nicht immer auf die jeweilige Situation angepasst."
Stiller und Undav beim VfB-Team
Wenn es läuft, klappen viele Dinge wie von alleine. In der aktuellen Phase, in der dem VfB zumindest die Ergebnisse fehlen, erweist sich manche Entscheidung im Nachhinein als falsch. Durch die dreiwöchige Länderspielphase hat Trainer Hoeneß nun viel Zeit, mit dem Team an den benötigten Automatismen zu arbeiten. Für die Schwaben ist es dabei sicherlich nicht von Nachteil, dass mit Angelo Stiller und Deniz Undav zwei Führungsspieler nicht ins DFB-Team berufen wurden und damit zur Verfügung stehen.
Klar ist: Mit der bisherigen Ausbeute können die Schwaben nicht zufrieden sein - Anlass für hängende Köpfe liefern die Auftritte aber nicht. "Nach vier Spieltagen haben wir nicht dieTabellensituation, die wir uns gewünscht oder erhofft haben. Dennoch muss ich sagen, dass die ersten vier Spiele in der Bundesliga mehr hergeben als die blanke Statistik es aussagt", sagte Wohlgemuth.
In der Länderspielpause bietet sich dem VfB in zwei Testspielen gegen den 1. FC Heidenheim und die SpVgg Greuther Fürth die Chance, weiter an Abläufen zu arbeiten. Weiter geht es in der Bundesliga dann am 10. Oktober bei Aufsteiger SC Paderborn (15:30 Uhr). Es ist der Auftakt in einen vollgepackten Oktober, bis zum Ende des Monats stehen weitere sechs Pflichtspiele auf dem Programm - unter anderem der Champions-League-Kracher gegen Atletico Madrid (20.10.). Bis dahin hoffen sie beim VfB, dass der Ertrag in deutlich besserem Verhältnis zum Aufwand steht als bisher.