Nur nicht zu früh freuen
Natürlich freute sich auch Trainer Sebastian Hoeneß über den vielversprechenden Auftritt von Dan-Axel Zagadou - für die Zukunft blieb er aber noch etwas vorsichtig. Zu oft schon haben sie beim VfB Stuttgart darauf gehofft, dass der hoch veranlagte Verteidiger über längere Zeit gesund bleibt und die Abwehr verstärkt - bis er sich erneut verletzte.
"Bei ihm geht es einfach nur darum: Er muss stabil bleiben", erklärte VfB-Hoeneß nach dem 3:2 des Tabellenvierten am Sonntag gegen den FC Augsburg. Der 26-Jährige habe gezeigt, "wie schnell er dann wieder auf sehr gutem Niveau agieren kann." Nun hofft der Europa-League-Teilnehmer, dass es endlich einmal über lange Zeit so bleiben wird.
Endlich "wieder als Fußballspieler auf dem Rasen"
Zagadou selbst tue es unglaublich gut, "wieder als Fußballspieler auf dem Rasen stehen", wie der 1,96 große Hüne sagte. "Jeder im Team und im Staff freut sich für mich mit." Dafür sei er sehr dankbar. Das Spiel gegen den FCA war in der Fußball-Bundesliga schließlich sein erstes über die vollen 90 Minuten seit dem 27. Januar 2024. Kurz danach hatte er einen Kreuzbandanriss erlitten, später gefolgt von Außenband- und muskulären Problemen.
VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth ging "absolut das Herz auf. Nach so einer langen Strecke mit so vielen Niederschlägen, dass er jetzt wieder über 90 Minuten der Mannschaft helfen kann." Der 46-Jährige reagierte wohl auch so emotional, weil sich Zagadous vorherige Auszeit in eine lange Liste von Verletzungen einreiht. Hätte er sie nicht erlitten, würde er wohl schon längst zu den Topverteidigern der Liga gehören.
Schon in Dortmund einige Verletzungen
So ähnlich dachten früher vermutlich auch die Verantwortlichen von Borussia Dortmund. Dort galt Zagadou, als er 2017 im Alter von 18 Jahren aus der Jugend von Paris Saint-Germain kam, als große Zukunftshoffnung. Doch auch beim achtmaligen deutschen Meister litt er mehrfach an Knie- und muskulären Verletzungen, weshalb sein Vertrag 2022 nicht verlängert wurde.
Der damalige Stuttgarter Sportchef Sven Mislintat aber hoffte darauf, dass sich der enorm zweikampf- und kopfballstarke Zagadou endlich stabilisieren würde und holte ihn ablösefrei an den Neckar. Die beiden kannten sich aus Dortmund. Beim VfB erging es dem früheren französischen Junioren-Nationalspieler jedoch nicht viel anders als beim BVB.
Doch nachdem Zagadou zuletzt über Einsätze in der Stuttgarter Drittliga-Mannschaft wieder herangeführt worden und zu zwei Einsätzen in der Liga und in der Europa League gekommen war, folgte gegen Augsburg nun wieder seine erste komplette Bundesliga-Partie. "Es war sehr hart, über einen solch langen Zeitraum verletzt zu sein", schilderte Zagadou. Nun aber tue es ihm "unglaublich gut", wieder als Fußballspieler auf dem Rasen zu stehen. In Stuttgart soll er künftig auch seine Rolle als Führungsspieler wieder ausfüllen.