Er ist wieder da: Mehr als ein Jahr ist es her, dass Dan-Axel Zagadou in einem Bundesliga-Spiel für die Schwaben auf dem Platz gestanden hatte. Beim 5:1-Sieg gegen Borussia Dortmund war der Innenverteidiger im September 2024 in der 70. Minute für Jeff Chabot eingewechselt worden.
Kurz darauf zog er sich im Training eine Außenbandverletzung im Knie zu, nachdem er gerade erst von einem Kreuzbandriss genesen war. Es folgte eine lange Leidenszeit in der Reha, bevor Zagadou im Sommer wieder langsam ans VfB-Team herangeführt werden sollte.
Zagadou ist stärker geworden
In der Bundesliga kam er jedoch bislang nicht zum Einsatz, stattdessen sammelte er zuletzt im Drittliga-Team des VfB Einsatzminuten. Der Eindruck schon da: Der ohnehin schon immer durch körperliche Präsenz bestechende Franzose ist nochmal breiter geworden.
VfB-Trainer Hoeneß rotiert Zagadou in die Startelf
Beim 2:1-Sieg gegen den FSV Mainz 05 stand der 1,96-Meter-Hüne nun überraschend in der Startelf - als zentraler Mann in der Dreierkette von Trainer Sebastian Hoeneß. Gleich zehn neue Feldspieler stellte der VfB-Coach auf im Vergleich zum 0:1 in der Europa League bei Fenerbahce Istanbul. So verteidigte neben Zagadou unter anderem Ameen Al-Dakhil, der bislang in dieser Saison erst zu zwei Teileinsätzen gekommen war.
Die Massen-Rotation war eine durchaus ungewöhnliche Entscheidung von Hoeneß, die der Trainer im Sportschau-Interview jedoch gut zu begründen wusste. "Man muss die Dinge auch versuchen, als Chance zu begreifen und nicht immer die Gefahr, das Risiko zu sehen. Im Endeffekt vertrauen wir der Mannschaft, die wir haben", sagte der 43-Jährige.
Hoeneß von Zagadous U21-Auftritten überzeugt
Bei der Entscheidung, Zagadou zu bringen, hatte Hoeneß jedenfalls keinerlei Bedenken. "Ich sehe bei Daxo, wie er bei der U21 spielt. Das sind die Dinge, die für mich eine Rolle spielen. Alles, was drumherum ist, können andere einfach nicht beurteilen. Das sind nur wir, die das beurteilen können. Und danach müssen wir Entscheidungen treffen", sagte der VfB-Trainer.
Zagadou besticht durch Zweikampfstärke
Dass der VfB Stuttgart gegen die Mainzer in der Defensive über weite Strecken nicht viele gefährliche Situationen zuließ, war auch Zagadous Verdienst. Der 26-Jährige bestach durch starke Zweikämpfe und umsichtiges Aufbauspiel. Die lange Pause war ihm zu keiner Zeit anzumerken. Kleiner Makel: Der Mainzer Treffer fiel durch einen Handelfmeter, nachdem Zagadou den Arm von Mitspieler Chema Andres angeköpft hatte (41. Minute). Ein Vorwurf war ihm dabei aber nicht zu machen.
Fest steht: In dieser Verfassung ist der Innenverteidiger auch kurzfristig eine echte Alternative für den Tanz auf drei Hochzeiten mit Bundesliga, DFB-Pokal (am Mittwoch bei Mainz 05) und in der Europa League. Zudem war Zagadou gegen Mainz bis zu Chris Führichs Ausgleichstreffer kurz vor der Pause der gefährlichste VfB-Akteur vor dem gegnerischen Tor. Erst setzte er einen Kopfball knapp vorbei (36.), dann prüfte er Robin Zentner mit einem Distanzschuss (45.+1).
Im zweiten Abschnitt konzentrierte sich Zagadou dann vorwiegend aufs Kerngeschäft, unterband einen Mainzer Konter sehenswert (63.). Etwa zehn Minuten später hatte der Innenverteidiger dann Feierabend. Nachdem er Mainz-Angreifer Armindo Sieb recht rustikal zu Boden gebracht hatte, fasste er sich an beide Waden. "Da geht nix mehr", war das deutliche Signal. Zagadou wurde unter Applaus der Fans ausgetauscht. Neu für ihn ins Spiel kam - wie könnte es anders sein: Jeff Chabot.