Nach einem mitunter wilden Abend haderten sie beim VfB Stuttgart vor allem mit dem verschossenen Elfmeter - wieder mal. Sieben der vergangenen elf Strafstöße aus dem Spiel heraus hat der Fußball-Bundesligist vergeben. Auch bei der 0:2 (0:1)-Niederlage in der Europa League beim FC Basel wurde den Schwaben ihre eklatante Schwäche vom Punkt zum Verhängnis. "Unnötig" und "bitter" sei die Pleite am Donnerstag gewesen, meinte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth.
Zumal die Schwaben "etliche Chancen" hatten. "Ich glaube, mehr Chancen kannst du dir gar nicht herausspielen", meinte Maximilian Mittelstädt. Die größte hatte Ermedin Demirovic in der 36. Minute. Doch er scheiterte per Strafstoß am überragenden Ex-Bundesliga-Keeper Marwin Hitz. Es solle "keine Ausrede" sein, sagte der Stürmer. Aber es sei schon eine "eklige Situation" gewesen. Was genau war passiert?
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Unkonzentriert in der Anfangsphase, verschossener Elfer, überragender Marwin Hitz im Tor der Gastgeber: Für den VfB Stuttgart kommt beim Spiel in Basel einiges zusammen.
Zweiminütiger Video-Beweis bringt Demirovic aus der Ruhe
Demirovic hatte sich den Ball bereits zum Schuss bereitgelegt, ehe er wegen eines Videochecks mehrere Minuten warten musste, bis er schießen durfte. "Das könnte schon dazu geführt haben, dass Demi aus dem Rhythmus kommt", sagte Sportchef Wohlgemuth. Zudem waren da noch die Basler Fans: "Es war direkt vor der gegnerischen Kurve. Die waren schon laut und haben versucht, den Demi durcheinanderzubringen", sagte der 46-Jährige. "Das ist eine Gesamtsituation, die viele Puzzle-Teile hat."
"Wahrscheinlich hätte er sich den Ball nochmal nehmen sollen, um nochmal herunterzufahren, nochmal neu Anlauf zu nehmen", sagte Mittelstädt, der jedoch meint: "Es ist bei uns sowieso, dass da eine große Sache draus gemacht wurde, in der letzten Zeit." Doch auch der 28-Jährige kommt nicht umhin, zuzugeben: "Wir wissen selber, dass wir da dranbleiben müssen, dass wir zu viele Elfmeter verschießen." Die Erfolgsquote des VfB Stuttgart liegt derzeit bei etwa 36 Prozent. Auch Wohlgemuth sagte: "Dass wir mit der Elfmeter-Statistik nicht zufrieden sein können, liegt auf der Hand. Das sind zwingende Chancen, die man auch in so einem Spiel nutzen muss."
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VfB Stuttgart hadert auch mit der Chancenverwertung
Denn gegen Basel war es besonders bitter. Dass von 29 Torschüssen keiner reingeht, ist ärgerlich für den VfB Stuttgart. Dass Basel-Keeper Marvin Hitz einen überragenden Tag erwischt, ebenfalls. Dass Lorenz Assignon vor dem 0:1 in der dritten Minute schwer gepatzt hat, gibt dem vergebenen Elfmeter zusätzliche Bedeutung: "Das sind natürlich zwingende Chancen, die man in so einem Spiel nutzen muss", sagte Torhüter Alexander Nübel. Für Chefcoach Sebastian Hoeneß war es "ein kleiner Schlüsselmoment". "Es ist ganz schwierig zu erklären. Der Elfmeter ist Kopfsache, es ist aber auch Technik und Ablauf. Es ist eine Drucksituation."
Und mit der konnte Demirovic offensichtlich nicht gut genug umgehen, der selbst sagte, dass sein Elfmeter "nicht gut genug geschossen" war. Für den Rest des Spiels greifen dann die üblichen Floskeln: "Wir müssen unsere Dinger vorne machen", "vielleicht zu viel gewollt", "hat einfach nicht geklappt" und "wenn du dann kein Tor machst, gewinnst du halt kein Spiel". In der Schlussphase zeigte Xherdan Shaqiri mit seinem Heber, wie es besser geht. "Wir kassieren zwei Tore, wo keiner weiß, warum", ärgerte sich Demirovic.
VfB Stuttgart hat das BW-Duell gegen Heidenheim im Blick
Am Sonntag kommt es in der Liga zum schwäbischen Duell mit dem 1. FC Heidenheim (15:30 Uhr live im Audiostream auf Sportschau.de). Darum will sich Fabian Wohlgemuth gar nicht lange mit der Niederlage aufhalten: "Der Frust kann ja gar nicht so groß sein, weil wir ja in drei Tagen schon wieder spielen. Da müssen wir uns jetzt schnell sammeln." Auch in Sachen Strafstößen zeigte sich der VfB Stuttgart in Person von Maximilian Mittelstädt maximal entspannt: "Wir sollten einfach den nächsten Elfer nehmen und reinmachen."