Der VfB Stuttgart hat das Hinspiel im Achtelfinale der Europa League gegen den FC Porto mit 1:2 (1:2) verloren. Terem Moffi brachte die Gäste in der 21. Minute in Führung, Rodrigo Mora legte schnell nach (27.). Deniz Undav erzielte noch vor der Pause den Anschluss (40.).
"Ich würde es als ärgerlichen Abend bezeichnen. Wir hatten einen guten Auftakt", sagte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth im SWR-Interview. "Aber dann gab es diese zwei Sequenzen, diesen Doppelschlag, wo wir zwei Fehler im Spielaufbau machen und die Gegentore kassieren. Und das ändert im Grunde das ganze Spiel."
Keine 20 Sekunden waren gespielt, als Bilal El Khannouss steil geschickt wurde und sich den Ball vor Keeper Diogo Costa zu weit vorlegte. Dass der Marokkaner anschließend zu Fall kam, war nicht dem Tackling von Thiago Silva geschuldet. Der VfB war sofort drin im Spiel, zwei Minuten später wurde Jamie Leweling freigespielt, fand aber mit seinem Querpass keinen Mitspieler.
Der VfB blieb in einer intensiven Anfangsphase das deutlich aktivere Team und kam durch Ermedin Demirovic zu nächsten Abschluss (12.). Doch insgesamt standen defensivstarken Portugiesen (erst zehn Gegentore in der heimischen Liga) nun deutlich kompakter.
FC Porto mit dem Doppelschlag
In der Offensive zeigte sich Porto erstmal gar nicht - bis zur 20. Minute. Da traf William Gomes mit seinem Schlenzer die Latte. Eine Minute später hatte der VfB weniger Glück. Nach einem Stuttgarter Ballverlust im Aufbau schalteten die Gäste ganz schnell, Moffi wurde auf der rechten Seite freigespielt und ließ Nübel mit seinem Abschluss keine Chance.
Der Gegentreffer zeigte Wirkung beim VfB, Porto blieb am Drücker. Zunächst verpasste Moffi seinen zweiten Treffer, weil Nübel seinen Schuss aus 16 Metern parierte. Dann leistete sich Jeff Chabot einen Fehlpass kurz vor der Mittellinie, Linksverteidiger Zaidu Sanusi startete durch und bediente im Zentrum Mora, der artistisch zum 2:0 aus Sicht der Gäste traf.
Undav bringt den VfB zurück ins Spiel
Die nächsten Minuten verliefen dann zäh. Der VfB bemühte sich, mit viel Einsatz wieder ins Spiel zu kommen, die Gäste wollten das Spiel beruhigen, was ihnen durch einige kurze Verletzungsunterbrechungen auch gelang. Und doch war der VfB plötzlich wieder da. Undav setzte sich nach einem abgewehrten Schuss robust, aber regelgerecht gegen Thiago Silva durch und traf durch einen platzierten Linksschuss aus der Drehung ins lange Eck.
Prompt war wieder mehr Zug im Spiel des VfB. Nach einem hohen Ballgewinn von Demirovic kam Finn Jeltsch zum Schuss, konnte Costa im kurzen Eck aber nicht überraschen (45.). In der Nachspielzeit wurde Leweling im Strafraum zu Fall gebracht, doch Schiedsrichter Donatas Rumsas (Litauen) ließ weiterspielen, auch der VAR griff nicht ein.
VfB mit viel Engagement, aber ohne große Chancen
Die Stuttgarter starteten mit viel Elan in den zweiten Abschnitt. El Khannouss sorgte für den ersten Abschluss, doch seine Direktabnahme kullerte am rechten Pfosten vorbei (48.). Danach kam nur wenig Spielfluss auf, auch weil Porto bei Spielunterbrechungen immer wieder Zeit von der Uhr nahm. Nach einer knappen Stunde zeigte sich Porto mal wieder im VfB-Strafraum, doch Zaidus Kopfball landete genau in Nübels Armen (57.).
Auf der anderen Seite versuchte Undav, Costa mit einem Heber aus großer Distanz zu überraschen, der Schlussmann konnte den Ball aber locker runterpflücken (60.). Ansonsten blieben die großen Chancen für die Schwaben vorerst aus. Stattdessen mussten die Gastgeber aufpassen, nicht bei einem Konter den dritten Gegentreffer zu kassieren. So strich etwa Pepes Schlenzer nur knapp am langen Eck vorbei (68.).
Zwei Minuten später jubelten dann die VfB-Fans, das allerdings zu früh. Nach einem Freistoß von der rechten Seite wurde Chabot zunächst noch geblockt, Stiller setzte entschlossen nach und staubte zum vermeintlichen Ausgleich ab. Doch der Schiedsrichter verweigerte dem Treffer wegen einer Abseitsstellung von Tiago Tomas die Anerkennung. Der VfB setzte sich um den Strafraum der Portugiesen fest und suchte nach Lücken in Defensive. Letztlich brachten aber die clever verteidigenden Gäste den Sieg über die Ziellinie.
VfB vor entscheidenden Spielen
Am kommenden Donnerstag (19. März) findet das Rückspiel statt, Anpfiff im Estádio do Dragão ist um 21 Uhr. Der Sieger des Duells zwischen dem VfB und Porto trifft im Viertelfinale am 9. und 16. April auf Nottingham Forest oder den FC Midtjylland.
In der Bundesliga steht am Wochenende direkt das nächste Top-Spiel auf die Schwaben. Am Sonntag (19:30 Uhr) ist RB Leipzig in Stuttgart zu Gast. Ein Duell um die Champions-League-Plätze: Beide Mannschaften haben aktuell 47 Punkte auf dem Konto, der VfB als Tabellenvierter das mit + 16 die knapp bessere Tordifferenz.