Am Donnerstag empfängt der VfB Stuttgart im Achtelfinal-Hinspiel den FC Porto (18:45 Uhr live im Audiostream). Fernando Meira, der die Schwaben 2007 als Kapitän zur Meisterschaft geführt hatte, erwartet ein enges Duell um den Einzug in die Runde der letzten Acht.
"Es wird eine sehr schwere Aufgabe für den VfB, eine Runde weiterzukommen", sagte der 47-Jährige Portugiese, der in seiner Heimat als TV-Experte arbeitet und von daher einen sehr guten Überblick über den europäischen Fußball hat. "Porto steht sehr stabil in der Abwehr und ist eine sehr aggressive Mannschaft. Das ist immer eine der Stärken des FC Porto."
Für den früheren Abwehrspieler treffen bei dem Duell auch zwei Philosophien aufeinander. "Es sind zwei Mannschaften mit unterschiedlichen Modellen. Porto ist eher effektiv, der VfB hat eine sehr elegante Art Fußball zu spielen", sagte Meira. "Ich glaube aber nicht, dass Porto in Stuttgart nur defensiv spielen wird. Sie haben die Qualität, Tore zu machen."
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FC Porto mit hohem Tempo und viel Pressing
Für die Stuttgarter ist es das erste Aufeinandertreffen mit dem FC Porto. Das Top-Team aus der Hafenstadt, das laut Meira vor allem als Kollektiv funktioniert, hatte die Liga-Phase auf Platz fünf abgeschlossen und sich so direkt für das Achtelfinale qualifiziert, während der VfB den Umweg über die Playoffs nehmen musste und sich dort sicher gegen Celtic Glasgow durchsetzte.
Porto, in der heimischen Liga aktuell Tabellenführer vor Doublesieger Sporting Lissabon, stellt für die Schwaben aber noch einmal eine deutlich höhere Hürde dar - davon ist Meira überzeugt. "Aus meiner Sicht sind sie in Topform", sagte Meira trotz des Ausscheidens im Pokal zuletzt gegen Sporting Lissabon und einem Remis gegen Benfica am vergangenen Wochenende. "Sie sind natürlich besser in die Saison gestartet. Aber sie spielen mit hohem Tempo und viel Pressing. Physisch sind sie extrem stark."
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Verstecken müsse sich der VfB aber unter keinen Umständen. Denn die bisherige Saison der Schwaben imponiert auch dem früheren Innenverteidiger. "Wir alle wissen, dass der VfB einen sehr attraktiven Fußball spielt. Von hinten heraus, fast wie Tiki-Taka unter Sebastian Hoeneß. Aus meiner Sicht spielt der VfB aktuell überragend", sagte Meira, der zuletzt Anfang März beim 4:0 gegen den VfL Wolfsburg Gast in der Stuttgarter Arena war.
Und wie kann der VfB den FC Porto knacken? "Du musst stabil stehen und richtig aggressiv sein, weil Aggressivität und das Zweikampfverhalten die Stärken des Gegners sind", sagte Meira. "Natürlich ist der VfB im Spiel mit dem Ball extrem stark. Alle gemeinsam müssen angreifen, um Porto unter Druck zu setzen."
Meira: FC Porto mit Schwachpunkt hinten links
Eine mögliche Gefahr für die Schwaben sieht Meira im Konterspiel der Portugiesen. "Der VfB hat einige Schwierigkeiten im Spiel ohne Ball, bei Porto ist das anders. Die haben kein Problem, ohne Ball zu spielen", sagte Meira. Dabei setze das Team auf aggressives Zweikampfverhalten und schnelles Umschaltspiel nach Ballgewinn. Ein Garant beim schnellen Umschalten war im Laufe der Saison der erst 21-jährige Samu Omorodion. Der Spanier zog sich aber vor einem Monat eine schwere Knieverletzung zu und fällt für den Rest der Saison aus.
Auch eine Schwäche hat Meira beim FC Porto ausgemacht: die linke Abwehrseite. So habe Benfica beim 2:2 beide Tore über die Seite erzielt. Es könnte demnach ein Ansatz für den VfB sein, vor allem über rechts zum Erfolg zu kommen. Insgesamt prophezeit Meira den Stuttgartern aber eine schwere Aufgabe. Noch einen Tick schwerer dürfte in der kommenden Woche beim Rückspiel in Porto sein. "Da wird eine super Stimmung im Stadion sein, dort ist Porto immer nochmal aggressiver", sagte Meira, der zwischen 2002 und 2008 insgesamt 230 Pflichtspiele im Trikot mit dem Brustring absolvierte. Zunächst aber steht das Hinspiel an. Und das wird bereits schwer genug, da ist sich Fernando Meira sicher.