VfB Stuttgart

VfB-Legende Krassimir Balakov feiert seinen 60. Geburtstag

Zauberfuß Krassimir Balakov war in den 1990er Jahren beim VfB Stuttgart Dreh- und Angelpunkt des "magischen Dreiecks". Am Sonntag wird der Spielmacher 60 Jahre alt.

Teilen

Stand

Von Autor/in Andreas Köstler

Wer den langjährigen Spielmacher des VfB Stuttgart je hat spielen sehen, erinnert sich: Diese feinen Pässe, wie mit dem Zirkel gezogen. Diese Übersicht, als hätte er das Spiel erfunden. Und dieser linke Fuß – eher Zauberstab als Werkzeug. Krassimir Balakov war keiner für halbe Sachen. Wenn er den Ball hatte, wurde Fußball plötzlich Kunst. Ein kurzer Blick, ein kleiner Schritt - und zack, war die Ordnung des Gegners nur noch ein Gerücht.

"Ganz gemütlich mit Freunden Golf spielen, ist für mich ein idealer Tag"

Die Sonne scheint auf einen Golfplatz, knapp 15 Kilometer südlich von Esslingen. Aber es sind sieben Grad und an Golfspielen hätte ich jetzt nicht zwingend gedacht. Krassimir Balakov schon: "Das ist für mich heute ein idealer Tag. Ich gehe ganz gemütlich - obwohl das Wetter nicht so schön ist - mit Freunden eine Runde Golf spielen und danach etwas Kleines essen. Das macht mich sehr zufrieden und da regeneriere ich sehr gut."

VfB-Stuttgart-Spielmacher Krassimir Balakov
Mittlerweile fühlt sich Krassimir Balakov auf dem Golfplatz wohl.

1995 von Sporting Lissabon zum VfB Stuttgart

Man sieht ihm seine 60 Jahre wirklich nicht an. Balakov ist immer noch super fit. Das war der am 29. März 1966 in Weliko Tarnowo in Bulgarien geborene Spielmacher schon immer. Ein Vollblutprofi. Jetzt sagt er: "Ehrlich gesagt, fühle ich mich wie 40-45. Es hat sich nicht viel geändert. Im Pass steht aber 60." 1995 kam er aus Lissabon nach Stuttgart und drückte dem Spiel des VfB bis 2003 als klassischer Zehner seinen Stempel auf.

Ab sofort in der ARD Mediathek „Rise & Fall of VfB Stuttgart”

Warum anschauen?
Die Doku ist ein emotionales Eintauchen in das Herz des VfB. Meistertrainer Armin Veh bringt es auf den Punkt: Stuttgart ist der „wilde Süden“ in Fußball-Deutschland.

Stuttgarts größte Zeit mit dem Magischen Dreieck

Gionave Elber, Krassimir Balakov und Fredi Bobic bildeten Mitte der 1990er Jahre das "Magische Dreieck"des VfB Stuttgart.
Gionave Elber, Krassimir Balakov und Fredi Bobic bildeten Mitte der 1990er Jahre das "Magische Dreieck"des VfB Stuttgart.

Zusammen mit Fredi Bobic und Giovane Elber prägte er eine Zeit, die heute noch viele mit der Zunge schnalzen lässt. Das "Magische Dreieck" verzauberte die Bundesliga. 101 Tore fielen in den beiden gemeinsamen Spielzeiten von 1995 bis 1997 durch die Zauberfüße des Trios. Alles gipfelte im Pokal-Triumph 1997. Etwas wehmütig sagt er heute: "Es wäre schon schön, wenn ich zurückkommen und noch eine Meisterschaft mit dem VfB feiern könnte. Das war möglich, aber damals hatten wir ein bisschen Pech." 2003 war das, in seinem letzten Jahr für den VfB.

Mit dem "Magischen Dreieck" holte Krassimir Balakov 1997 den DFB-Pokal.
Mit dem "Magischen Dreieck" holte Krassimir Balakov 1997 den DFB-Pokal.

Natürlich gab es auch die etwas unruhigeren Zeiten. Kleinere bis größere Auseinandersetzungen mit Trainer Winfried Schäfer. Da war er nicht der Einzige. Oder mit Ralf Rangnick, der ihn zwar zum Kapitän gemacht hatte, dessen Spielsystem jedoch nicht zum begnadeten Zehner passte. Heute meint er dazu: "Über meinen Konflikt mit Ralf Rangnick habe ich nachher viel gelacht. Der war sehr unnötig."

Wie Balakov 2001 den Abstieg des VfB Stuttgart verhinderte

"Dieses Tor und den damit verhinderten Abstieg ist ihm nicht hoch genug anzurechen", sagt Felix Magath über den Last-Minute-Treffer gegen Schalke am 12. Mai 2001. In der 90. Minute drosch er den Ball ins rechte untere Eck des Schalker Gehäuses. Der VfB war endgültig gerettet. "Damals wäre das so gewesen," erinnert er sich, "wenn wir abgestiegen wären, hätten wir den Etat von 60 Millionen auf 40 Millionen kürzen müssen und viele Mitarbeiter hätten gehen müssen".

Dieser Ehrgeiz hat ihn immer angetrieben. Er hat ihm zu 92 Länderspielen für Bulgarien verholfen und zu einem der besten Mittelfeldspieler der Bundesliga-Geschichte gemacht. Und heute? Sechzig. Eine Zahl, die bei ihm irgendwie nicht passt. Denn wer so gespielt hat, bleibt zeitlos.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Andreas Köstler