Europa League

"Porto hat uns heute schön provoziert" - VfB Stuttgart hadert nicht nur mit dem Ergebnis

Der VfB Stuttgart hat knapp gegen den FC Porto verloren. Die Schwaben ärgern sich jedoch nicht nur über das Ergebnis. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth sprach von einem Lernprozess.

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Von Autor/in Michael Richmann

Maximilian Mittelstädt hatte nach dem Europa-League-Spiel gegen den FC Porto "Wut im Bauch". Das lag nicht nur an der 1:2-Niederlage und der daraus resultierenden Ausgangsposition vor dem Rückspiel in der kommenden Woche, sondern auch am Auftritt der Portugiesen: "Porto hat uns heute schön provoziert". Und der VfB Stuttgart ist darauf eingestiegen: "Dadurch ist es ein sehr emotionales Spiel geworden."

Deniz Undav zeigte sich ähnlich genervt: "Sie haben bei jedem Ball versucht, Zeitspiel zu machen. Ich glaube, der Linksverteidiger lag 37 Mal auf dem Boden wegen der gleichen Aktion", schimpfte WM-Kandidat Deniz Undav beim TV-Sender RTL. "Dass der Schiri kaum durchgegriffen hat oder erst ab der 70., 80. Minute ist auch ein Witz, vor allem weil wir ihm das 100 Mal gesagt haben", polterte der einzige VfB-Torschütze im ersten Duell mit dem portugiesischen Tabellenführer. "Ich weiß nicht, ob sie es nötig haben", kritisierte auch Mittelfeldstratege Angelo Stiller.

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Darauf muss sich der VfB Stuttgart in Porto einstellen

Für Sportvorstand Fabian Wohlgemuth war es "ein großes Maß an Provokation" aber auch "ein Lernprozess". Er meint, "Provokation gehört in der portugiesischen Liga und international dazu, davon dürfen wir uns nicht anstecken lassen". Vielmehr müsse sich der VfB Stuttgart daran gewöhnen, "und darauf müssen wir uns nächste Woche auch in Porto einstellen".

Wohlgemuth sprach daher auch von einem "ärgerlichen Abend" und nicht von einem unglücklichen: "Wir hatten einen guten Auftakt und wurden dann ein bisschen Kopfloser." Seiner Meinung nach begann der VfB Stuttgart aggressiver, habe das Spiel kontrolliert und sich gut ins letzte Drittel kombiniert., "dann gab es im Grunde zwei Sequenzen, in denen wir im Spielaufbau zwei Fehler machen und zwei Gegentreffer hinnehmen mussten - das ändert das ganze Spiel".

Portos Jubel vor der Cannstatter Kurve stachelt den VfB Stuttgart an

Darüber ärgerte sich auch Mittelstädt: "Am Ende hat Porto unsere Fehler bestraft." Nach den Treffern von Terem Moffi (21.) und Rodrigo Mora (27.) ärgerte sich der 28-Jährige auch über der Torjubel des FC Porto: "Es ist natürlich nicht schön, wenn die Porto-Spieler vor der Kurve jubeln. Man will es am liebsten verhindern, aber man kann da jetzt nicht auf den Platz rennen und die Porto-Spieler von der Kurve wegziehen." Er gab jedoch zu: "Klar hat es uns angestachelt."

Laut Wohlgemuth hat der VfB Stuttgart "gut zehn Minuten gebraucht, um unseren Faden wiederzufinden" und dank es sehenswerten Volley-Treffers von Deniz Undav (40.) mit nur noch einem Tor Rückstand in die Pause zu gehen. "Wir sind allerdings im Anschluss sehr gut aus der Kabine gekommen, waren energetischer, haben versucht, unser Hausrecht besser durchzusetzen, und hatten auch mehr Physis."

VfB Stuttgart geht "mit Wut im Bauch" ins Rückspiel

Stuttgart drängte auf den Ausgleich und wähnte sich bereits am Ziel. Dass Angelo Stillers Abstauber zum zum vermeintlichen 2:2 jedoch vom VAR aberkannt wurde, beantwortete Wohlgemuth mit Sarkasmus: "Ist ja mittlerweile Gewohnheitssache, dass wir den Ball zwei oder dreimal über die Linie bringen müssen, um einen Treffer zu erzielen."

Stuttgart kam dem Ausgleich immer näher, musste sich am Ende aber doch geschlagen geben: "Das macht die Ausgangslage nicht leichter. Aber nach dem Spiel und nach der Leistung sind wir auf keinen Fall chancenlos und werden im Rückspiel alles in die Waagschale werfen." Und da kommt wieder Mittelstädts Wut ins Spiel: "Und genau diese Emotionen müssen wir auch im Rückspiel erzeugen. Aber da müssen wir von der ersten Minute an voll da sein."

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Autor/in
Michael Richmann
Michael Richmann ist Sportredakteur, Podcast- und Feature-Autor für SWR Sport und SWR Kultur.

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