Nach dem eröffneten Insolvenzverfahren der HB Ludwigsburg hat die deutsche Nationalspielerin Xenia Smits einen neuen Verein gefunden. Die Rückraumspielerin kehrt zum französischen Rekordmeister Metz Handball zurück. Dort spielte Smits schon von 2015 bis 2020. "Das ist das Beste, was mir passieren konnte", äußerte die 31-Jährige in einer Vereinsmitteilung vom Montag.
Antje Döll geht nach Neckarsulm, Mareike Thomaier nach Bensheim
Nationalmannschafts-Kapitänin Antje Döll wechselt indes innerhalb der Handball-Bundesliga. Rund drei Monate vor Beginn der Heim-WM unterschrieb die 36-Jährige bei der Sport-Union Neckarsulm, die in der vergangenen Saison nur Neunter von zwölf Teams geworden war. Besondere finanzielle Unterstützung mehrerer Sponsoren und Partner habe den Transfer ermöglicht, teilte der Verein am Dienstag mit.
Auch Teamkollegin und Nationalspielerin Mareike Thomaier hat einen neuen Verein gefunden: Die 24-Jährige wechselt zum Bundesliga-Konkurrenten HSG Bensheim/Auerbach. Die Verpflichtung sei als "klare Botschaft an die Konkurrenz" zu bewerten, hieß es in der Mitteilung des Vereins am Mittwoch.
Smits mit Kritik und Abschied
Die HB Ludwigsburg hatte Ende Juli den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Am 4. August hatten die Verantwortlichen die Mannschaft dann darüber informiert, dass die Finanzierung der kommenden Bundesliga-Spielzeit nicht gesichert sei. Die Spielerinnen - darunter viele Nationalspielerinnen - sind nun nicht mehr an ihre Verträge gebunden.
Handball | Frauen-Bundesliga Handball-Star Xenia Smits nach Klub-Insolvenz: "Fassungslos und sprachlos"
Handball-Star Xenia Smits ist nach der Insolvenz ihres Heimatklubs HB Ludwigsburg fassungslos. Darum ist die 31-Jährige trotzdem zuversichtlich.
Smits hatte der Vereinsführung anschließend kritische Fragen gestellt, aber: "So viele Fragen wurden uns nicht beantwortet. Wie kann es sein, dass ein Verein so in die finanzielle Schieflage gerät? Wie kann man so mit Existenzen spielen?", sagte Smits. In Metz unterschreibt Smits einen Vertrag bis zum Ende der kommenden Saison. Mit den Französinnen feierte sie in der Vergangenheit vier Meisterschaften und zwei Pokalsiege.
Auch Team-Kollegin Jenny Behrend geht
Am Dienstag wurde zudem bekannt, dass Smits' Nationalmannschaftskollegin Jenny Behrend als nächste Spielerin Ludwigsburg verlassen wird. Wie der VfL Oldenburg bekannt gab, wechselt die 29-Jährige für die neue Saison zurück zu ihrem Ex-Klub. "Ich bin unfassbar dankbar für die Chance, die ich beim VfL bekommen habe, und dafür, dass sie mich so auffangen", sagte Behrend. Die Außenspielerin war bereits von 2014 bis 2021 für Oldenburg aktiv und feierte 2018 den Triumph im DHB-Pokal. "Ganz realisiert" habe sie ihr Comeback aber noch nicht.
An Ludwigsburg lässt Behrend derweil kein gutes Haar. "Es wurde mit Existenzen gespielt", sagte sie. "Es kam für uns alle super überraschend, ich habe es selbst noch nicht so ganz begriffen", so Behrend zum eröffneten Insolvenzverfahren beim Serienmeister.
Ob die HB Ludwigsburg in der kommenden Bundesliga-Saison überhaupt ein Team stellen kann, ist offen. Vom Supercup am 23. August in München und von der kommenden Champions-League-Saison wurde der Club ausgeschlossen. Die Liga hält dem langjährigen Aushängeschild des deutschen Frauen-Handballs die Tür noch offen, kündigte aber eine erneute Lizenzprüfung an.