Im OrangeCampus in Neu-Ulm sieht es vor der neuen Saison eigentlich aus wie immer. Nur wer genau hinschaut erkennt viele neue Gesichter bei den Ulmer Basketballern.
Neun Neue für ratiopharm Ulm
Sage und schreibe neun neue Spieler stehen im Kader von ratiopharm Ulm. Basketballfans kennen einige von ihnen bereits: Len Schoormann kommt aus Oldenburg. Mark Smith hat schon für Göttingen in der BBL gespielt.
Christian Sengfelder ist mit 30 Jahren der neue Oldie im Team. Unter anderem für Braunschweig, Bamberg und Bonn lief er schon auf. Jetzt blickt er mit Vorfreude auf die Heimspiele in der Neu-Ulmer Arena. "Die Stimmung endlich mal für einen erleben zu dürfen und nicht gegen einen", sei etwas besonderes, meint Sengfelder.
Trainer Harrelson mit Trainingauftakt sehr zufrieden
Trainer Ty Harrelson beobachtet das öffentliche Training mit einem breiten Grinsen. "Es ist der größte Umbruch, den ich je als Trainer erlebt habe", sagt der Coach. Allerdings stelle er bereits nach einer Woche fest, dass der Club eine tolle Truppe zusammengestellt hat. "Das ist der beste Start, den ich in 13 Jahren als Headcoach jemals hatte", meint Harrelson euphorisch.
Das ist der beste Start, den ich in 13 Jahren als Headcoach jemals hatte.
Ziel sei es, wieder in die Playoffs zu kommen, sagt der Vizemeister-Trainer mit gewohnter Bescheidenheit.
Eine Prognose ist schwierig
Mehrere Wochen vor Saisonbeginn ist es schwierig, eine Prognose abzugeben. Ratiopharm Ulm hat es in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, aus weitestgehend unbekannten Spielern eine nationale Topmannschaft zu formen.
Vor zwei Jahren Meister, letztes Jahr Vizemeister hinter Bayern München. Da derzeit noch nicht ganz klar ist, wie sich die Konkurrenz in der Liga aufstellt, sind die Playoffs auch für Sportdirektor Thorsten Leibenath das Saisonziel.
"Legenden" sind nicht mehr dabei
Mit gemischten Gefühlen schaut Leibenath auf die aktuelle Mannschaft. "Wir haben einige Legenden nicht mehr dabei", stellt er fest. Immerhin sind mit Herkenhoff, Jallow und Klepeisz weitere Säulen aus der Meister-Mannschaft weggegangen. Am Freitag wurde außerdem bekannt, dass Urgestein Nico Bretzel künftig auch nicht mehr das orange-farbene Trikot tragen wird. Seit der U8 hat Bretzel für Ulm gespielt. Dazu sagt der Sportdirektor: "Der klare Cut im Kader ist richtig. Für Nico und seine Entwicklung ist es gut, dass er diesen Heimathafen jetzt verlässt."
Im Orange Campus hängt ein Banner mit der Aufschrift: "Deutscher Meister 2023". Das dürften die Neuen in der ersten Trainingswoche schon gelesen haben. Und von Trainer Ty Harrelson haben sie bestimmt bereits gehört, was an der Donau alles möglich sein kann.