Tausende Flugkilometer im Jahr

Hohe Preisgelder im Ausland: Europameister Richard Vogel im Kopf "kein Jetsetter"

Springreiter Richard Vogel fliegt oft von Turnier zu Turnier. Starts in Deutschland sind eher die Ausnahme. Der 29-Jährige muss bei seiner Turnierplanung auch wirtschaftlich denken.

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Von Autor/in Vanessa Sieck

Den einen Tag noch auf einem Turnier in Mexiko, den nächsten Tag schon im mehr als 9.300 Kilometer entfernten Mannheim am Start: Für Springreiter Richard Vogel sind lange Reisen keine Seltenheit. Als Jetsetter würde sich der Europameister aber trotzdem nicht bezeichnen: "In meinem Kopf bin ich niemand, der viel fliegt. Vom Gefühl her bin ich nach wie vor ein Dorfkind."

Richard Vogel, aufgewachsen in Binzwangen (Kreis Biberach), saß erst mit etwa 20 Jahren das erste Mal im Flugzeug. Mittlerweile kommt er ohne dieses Transportmittel gar nicht mehr aus. Vergangenes Jahr war er auf 37 Turnieren am Start, verteilt auf drei Kontinente. "Dadurch dass der Sport globaler wird, was an sich etwas Gutes ist, sind wir mehr unterwegs. Das ist auf jeden Fall eine erkennbare Tendenz", erklärt Richard Vogel im Interview mit SWR Sport.

Turniere im Ausland mit hohen Preisgeldern

Genau wie andere Profi-Reiter müsse er bei seiner Turnierplanung auch wirtschaftlich denken - und reite deswegen vor allem im Ausland. "Wir haben viele Pferde, einen großen Betrieb mit vielen Angestellten - und die wollen jeden Monat ihr Gehalt kriegen", erklärt Richard Vogel. "Es ist ein gewisser Bestandteil des ganzen Betriebes, dass wir eben auch Preisgelder generieren."

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Vor allem in den USA und in der arabischen Welt werde viel Geld investiert, um dem Pferdesport eine Bühne zu geben, erklärt Dennis Peiler, Vorstandsvorsitzender von Pferdesport Deutschland und ergänzt: "Wir müssen daran arbeiten, ausreichend deutsche Wirtschaftskraft zu aktivieren, um wieder mehr internationalen Turniersport auch in Deutschland stattfinden zu lassen."

Richard Vogel unterstützt den Amateursport

Turnierveranstalter kämpfen hierzulande mit steigenden Kosten und mit Sponsoren, die sich zurückziehen. Aber auch mit Ehrenamtlichen, die immer weniger werden. Insgesamt gibt es in Deutschland pro Jahr mehr als 3.000 Turniere - die meisten davon im Amateurbereich. Hier sieht sich auch Richard Vogel in der Pflicht.

"Wir als Profireiter müssen immer wieder gucken, wie wir den Amateursport fördern können", sagt der 29-Jährige. Er unterstütze beispielsweise so gut es geht mit Ehrenpreisen oder übernehme auch mal kleinere Geldpreise. Oft könne es auch schon helfen, einem Verein für das Turnier ein oder zwei eigene Sprünge auszuleihen.

Zukunft für Turniersport in Deutschland?

"Ich glaube, wenn das jeder Profi so ein bisschen in seiner Region macht und versucht, die ländlichen Vereine zu unterstützen, dann sind wir flächendeckend schon ganz gut abgedeckt." Rein sportlich gesehen stehe der Turniersport für Richard Vogel besser da, als er manchmal gezeigt werde. Denn: "Immer wieder sehen wir tolle junge Talente nachkommen."

Insgesamt glaubt Richard Vogel an den Turniersport in Deutschland. Er möchte weiterhin so oft es geht zuhause starten. Denn er weiß auch: Veranstaltern hilft es, wenn so erfolgreiche Reiter wie er auf der Starterliste stehen.

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