Im Juli feierte Springreiter Richard Vogel den bislang größten Erfolg seiner Karriere: Im spanischen A Coruña krönte er sich auf seinem Hengst United Touch zum Einzel-Europameister und gewann Team-Bronze mit der deutschen Equipe. Diese Woche startet er bei den German Masters. Bereits 2022 und 2024 gewann der gebürtige Riedlinger den Großen Preis von Stuttgart. Am Sonntag könnte er sich den dritten Sieg in dem Weltcup-Springen sichern (live ab 16 Uhr im SWR).
Wer außer Richard Vogel zu den Favoriten zählt, wie der Zeitplan aussieht und ob es noch Tickets gibt - den Überblick gibt es hier.
- Was sollte ich über das Turnier wissen?
- Wie sieht der Zeitplan aus?
- Wer sind die Favoriten in den Weltcup-Prüfungen?
- Warum startet Isabell Werth nicht in Stuttgart?
- Wer hat im vergangenen Jahr gewonnen?
- Gibt es noch Tickets?
- Wie komme ich am besten zu den German Masters?
Was sollte ich über das Turnier wissen?
Die German Masters fanden 1985 zum ersten Mal statt. Dieses Jahr gibt es das internationale Turnier bereits zum 39. Mal - mit Prüfungen in der Dressur, im Springen, im Gespannfahren und in der Vielseitigkeit. Mehr als 160 Reiterinnen und Reiter aus 22 Nationen satteln an fünf Turniertagen ihre Pferde. Hinzu kommen sieben Fahrerinnen und Fahrer, die mit ihren Vierspännern die Hanns-Martin-Schleyer-Halle wieder zum Beben bringen wollen.
"Das ist etwas ganz Besonderes, vor so viel Publikum zu fahren und dann mit so einer Stimmung. Man geht da natürlich schon etwas aufgeregter an die Sache ran", erzählt Gespannfahrerin Anna Sandmann im Interview mit SWR Sport. Sie wird bei den German Masters übrigens einen ganz besonderen Konkurrenten haben: ihren Vater Christoph.
Wie sieht der Zeitplan aus?
An den fünf Turniertagen ist in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle einiges geboten. Insgesamt gibt es drei Weltcup-Prüfungen - im Gespannfahren (Samstag, 12:45 Uhr), in der Dressur (Samstag, 17:00 Uhr) und im Springen (Sonntag, 15:10 Uhr). Zu den Höhepunkten des Turniers zählen aber auch das Indoor Derby (Mittwoch, 21:45 Uhr) sowie die German Master Prüfungen im Springen (Freitag, 22:00 Uhr) und in der Dressur (Sonntag, 9:30 Uhr).
In Stuttgart werden nicht nur internationale Stars am Start sein, sondern auch Reiter und Reiterinnen aus der Region - wie im Finale des iWEST Dressurcups (Donnerstag, 14:30 Uhr) oder des BW-Bank Hallenchampionats (Donnerstag, 20:15 Uhr). Den detaillierten Zeitplan inklusive des Showprogramms gibt es hier.
Wer sind die Favoriten in den Weltcup-Prüfungen?
Im Springparcours reiten am Sonntag 40 Reiterinnen und Reiter um den Sieg. "Davon können bestimmt 35 gewinnen", ordnet Richard Vogel die Qualität des Starterfelds ein. Der Europameister selbst gehört zu den Top-Favoriten, genau wie die EM-Sechste Sophie Hinners und auch Olympiasieger Christian Kukuk. Aber auch der Franzose Julien Epaillard, der Schwede Peder Fredricson und der Schweizer Martin Fuchs zählen beispielsweise zum Favoriten-Kreis.
Im Gespannfahren ist Seriensieger Boyd Exell aus Australien wieder der große Favorit. Aus deutscher Sicht starten Anna Sandmann, ihr Vater Christoph Sandmann und Anna Mareike Meier.
In der Dressur starten fünf Deutsche im Weltcup, darunter Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl mit ihrer Nachwuchshoffnung Diallo. Besonders große Hoffnungen auf den Sieg dürfte sich der Schwede Patrick Kittel machen. Er sattelt in Stuttgart seinen Hengst Touchdown, mit dem er 2024 das Weltcup-Finale gewann.
Warum startet Isabell Werth dieses Jahr nicht in Stuttgart?
Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth, die in den vergangenen Jahren in Stuttgart immer zu den Favoritinnen zählte und zahlreiche Erfolge feierte, wird in diesem Jahr nicht in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle starten. Normalerweise stehen die German Masters fest im Turnierkalender der 56-Jährigen. Doch nach dem Tod ihres Lebensgefährten Wolfgang Urban Anfang Oktober nimmt sie derzeit an keinen Turnieren teil. "Wir brauchen einfach noch Zeit", erklärten Isabell Werth und ihr Sohn Frederik vergangene Woche auf Instagram.
Wer hat im vergangenen Jahr gewonnen?
"Total überwältigt" war im vergangenen Jahr Richard Vogel: Nach seinem Triumph 2022 siegte er auch 2024 auf seinem Hengst United Touch im Großen Preis von Stuttgart. Das German Master der Springreiter gewann der Schweizer Steve Guerdat auf Dynamix de Belheme.
Die Siege bei den Höhepunkten in der Dressur gingen an Isabell Werth auf Wendy de Fontaine (Weltcup) und an Katharina Hemmer auf Denoix (German Master). Im Weltcup der Gespannfahrer gab es wieder einmal kein Vorbeikommen an dem Australier Boyd Exell. Im Indoor Derby triumphierte die irische Vielseitigkeitsreiterin Jennifer Kuehnle auf Sammy Davis Junior. Die kompletten Ergebnislisten von 2024 gibt es hier.
Gibt es noch Tickets?
Ja, allerdings nicht mehr an allen Tagen zu allen Zeiten. Der Freitagabend etwa ist bis auf die VIP-Tickets bereits ausverkauft, gleiches gilt für den ersten Veranstaltungsabschnitt am Samstag. "Aktuell sind bereits mehr als 45.000 Eintrittskarten verkauft", erklärt Andreas Kroll, Geschäftsführer der in.Stuttgart-Veranstaltungsgesellschaft.
Wie komme ich am besten zu den German Masters?
Mit allen Eintrittskarten kann man kostenlos mit Bus und Bahn aus dem gesamten Gebiet des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart (VVS) anreisen. Parkplätze gibt es auch, allerdings rät der Veranstalter zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.