Reitturnier in der Krise

Nach kurzfristiger Turnierabsage: Donaueschingen trennt sich von Veranstalter

Nachdem das CHI Donaueschingen in diesem Jahr nicht wie geplant stattgefunden hat, haben sich Stadt und Veranstalter getrennt. Die Zukunft des Turniers ist noch nicht geklärt.

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Von Autor/in Vanessa Sieck

Das CHI Donaueschingen sollte mit dem neuen Veranstalter Schafhof Connects zu altem Glanz zurückfinden. Nach dem ersten Turnier unter neuer Leitung im vergangenen Jahr, war die zweite Ausgabe Ende August kurzfristig abgesagt worden. Am Donnerstag (16.10.) folgte dann die Mitteilung: Die Stadt Donaueschingen und Schafhof Connects beenden die Zusammenarbeit.

CHI Donaueschingen: Auf Aufbruchstimmung folgt Ernüchterung

"Es ist bedauerlich, dass die beim Turnier 2024 spürbare Aufbruchstimmung nicht als Grundlage für eine langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit genutzt werden konnte", sagte Oberbürgermeister Erik Pauly (CDU). Schafhof Connects teilte in den sozialen Netzwerken mit, dass sie sich für die gemeinsame Zeit bedanken und nun den Fokus auf bevorstehende Highlights wie das Festhallen Reitturnier in Frankfurt richten würden.

Siegerehrung beim CHI Donaueschingen 2024 mit Turnierdirektor Matthias Rath von Schafhof Connects.
Siegerehrung beim CHI Donaueschingen 2024: Turnierdirektor Matthias Rath (links neben Siegerin Fie Christine Skarsoe) hatte mit dem Traditionsturnier viel vor. Dafür hatte er bei der ersten Veranstaltung einiges neu gestaltet, unter anderem wurde das Dressurviereck neu angelegt.

Auf Grundlage zahlreicher Gespräche, die in den vergangenen Wochen geführt wurden, seien die Beteiligten zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vorstellungen zur künftigen Ausrichtung nicht übereinstimmen würden, heißt es in einer Mitteilung der Reitturnier Donaueschingen GmbH. Eine Durchführung des Turniers auf dem bisherigen Niveau sei unter den gegebenen Voraussetzungen nicht realisierbar.

Matthias Rath stellt Frage nach der Wirtschaftlichkeit

Das CHI Donaueschingen 2024 bleibt somit das einzige Turnier unter der Leitung von Turnierchef Matthias Rath. Dieser hatte nach der Absage im Interview mit SWR Sport erklärt: "Man muss letzten Endes wirtschaftlich an die Sache rangehen und sagen: 'Macht das so Sinn?'" Das traditionsreiche Turnier sei sowohl sportlich als auch wirtschaftlich ein Großprojekt, das höchste Ansprüche an alle Beteiligten stelle.

"Die langfristige Weiterentwicklung des Turniers auf dem hohen Standard unserer Premiere 2024 steht für uns an erster Stelle", sagte Rath noch Ende August. Nun muss sich das Donaueschinger Turnier ohne seine Agentur Schafhof Connects weiterentwickeln. Manche stellen gar die Frage, ob es überhaupt wieder ein CHI Donaueschingen geben wird.

CHI Donaueschingen: Turnier mit langer Tradition

Die Tradition des CHI Donaueschingen reicht bis ins Jahr 1954 zurück. Höhepunkte der mehr als 70-jährigen Turniergeschichte sind die Europameisterschaften im Gespannfahren 1977 und 2019, die EM im Dressurreiten 1991 sowie die EM im Springreiten 2003. Nachdem das Turnier 2022 zuletzt in abgespeckter Form stattgefunden hatte, feierte es im vergangenen Jahr unter dem neuen Veranstalter Schafhof Connects sein Comeback.

Dieses Jahr hätte das Internationale S. D. Fürst Joachim zu Fürstenberg-Gedächtnisturnier vom 18. bis 21. September stattfinden sollen. Die kurzfristige Absage hatte für viel Ärger gesorgt - bei Reitern und Nicht-Reitern.

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Zukunft des CHI Donauschingen noch ungewiss

Nach der Trennung von Veranstalter Schafhof Connects ist die Zukunft des CHI Donaueschingen noch nicht geklärt. "In den zuständigen Gremien wurde beschlossen, die Durchführung eines Turniers im Jahr 2026 in Eigenregie zu prüfen", heißt es in der Mitteilung der Reitturnier Donaueschingen GmbH.

Gemeinsam mit der Stadt und den Partnern des Turniers sollen nun die Möglichkeiten ausgelotet werden, "um die Veranstaltung im kommenden Jahr durch eine gemeinsame Kraftanstrengung doch noch zu sichern". Dann waren ursprünglich auch zwei Nationenpreise im Schlosspark geplant: in der Dressur und im Fahren.

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