Maik Machulla sprüht nur so vor Tatendrang. Der neue Trainer der Rhein-Neckar Löwen hat viele Ideen, muss sich manchmal aber auch ein bisschen selbst bremsen. Was gar nicht so leicht fällt. Denn einerseits weiß er zwar um die schwierige Aufgabe mit acht Neuzugängen beim Handball-Bundesligisten, andererseits sieht der 48-Jährige aber auch das Potenzial in seinem rundum erneuerten Kader. Und natürlich möchte er schnellstmöglich das Optimale herausholen.
Handball | Rhein-Neckar Löwen Löwen-Trainer Machulla: "Zu hohe Erwartungshaltung ist kontraproduktiv"
Der Umbruch ist groß, die Erwartungen für die Handball-Bundesliga eher zurückhaltend. Vergleiche mit früheren, glorreichen Zeiten vermeidet der neue Trainer Maik Machulla.
Löwen starten bei der MT Melsungen
"Ich bin ungeduldig ohne Ende", sagte Machulla schon zu Beginn der Saisonvorbereitung. Mit den Löwen startet er am Freitag (29.08.2025, 19 Uhr) bei der MT Melsungen in die neue Saison. Die Vorfreude ist groß, die Ungewissheit aber auch. Denn nach ihrem "XXL-Umbau" wissen die Mannheimer selbst nicht so genau, wo sie stehen.
"Sieben von unseren acht Zugängen sind komplett neu in der Bundesliga", sagt der Trainer selbst ein wenig gespannt, wie schnell sich sein Team an die stärkste Handball-Liga der Welt gewöhnt und dann auch als Einheit zusammenfindet.
Löwen wollen "Herausforderer sein"
Entsprechend vorsichtig setzen sie beim zweifachen Meister und Pokalsieger auch ihr Saisonziel. Die Löwen wollen ein "Herausforderer" für die Mannschaften sein, die sich zuletzt für den Europapokal qualifizierten, wie es Sportchef Uwe Gensheimer formuliert. Machulla äußert sich ähnlich zurückhaltend: "Es kann Platz sechs, aber auch Platz zehn werden."
Abwehrchef Halil Jaganjac voll des Lobes für Maik Machulla
Klar ist: Die Hoffnungen auf bessere Zeiten ruhen bei den Nordbadenern auf dem neuen Trainer, der seine Spieler seit dem ersten Tag begeistert. "Maik erwartet, dass jeder seinen Job zu 100 Prozent erledigt. Aber das Allerwichtigste ist: Er geht seinen Job jeden Tag mit 110 Prozent an, man spürt das schon in seiner Ansprache. Jede Mannschaft möchte solch einen Trainer haben", schwärmte Abwehrchef Halil Jaganjac im "Mannheimer Morgen".
Für Machulla und auch Gensheimer, der seinen Job als Sportchef vor einem Jahr antrat, geht es um nichts anderes, als einen gefallenen Riesen wieder nach oben zu führen. Eine Aufgabe, die nach den Plätzen zwölf und neun in den beiden Vorsaisons einen gewissen Reiz hat. "Das ist eine riesengroße Herausforderung", sagt Machulla, der in den Löwen einen bekannten Handball-Namen "mit einer großen Strahlkraft weit über die Region hinaus" sieht.
Schon drei Neuzugänge für 2026
Für den Trainer ist sein Job in Mannheim wiederum eine ganz neue Erfahrung. Mit der SG Flensburg-Handewitt und dem dänischen Erstligisten Aalborg hatte er zuvor zwei absolute Spitzenclubs betreut, nun geht es vor allem um Aufbauarbeit. Und was das angeht, haben Machulla und Gensheimer schon viel Klarheit geschaffen. Für den Sommer 2026 stehen mit Jacob Lassen, Marius Steinhauser und Aron Seesing bereits drei Zugänge fest.
Kurzum: Trainer und Sportchef blicken weit voraus, ihr planender Verstand verleiht dem Start einer neuen Epoche eine gewisse Substanz. "Bei Transfers muss man früh dran sein. Das ist mir extrem wichtig, damit wir nicht hinterherrennen, sondern agieren und nicht reagieren", erklärt Machulla seinen Ansatz. Keine Frage: Auch was die Zukunft angeht, sprüht der Trainer nur so vor Tatendrang.