Reitsport

Springreiter Richard Vogel: Triumph, Tränen und ein traumhaftes Preisgeld?

Mit drei fehlerfreien Runden gewinnt der Springreiter Richard Vogel den bedeutendsten Großen Preis der Welt. Jetzt träumt er vom Grand Slam – und einer hohen Extra-Prämie.

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Erst Tränen der Freude, dann fröhliches Lachen. Nur bei der Siegerehrung leisteten sich Richard Vogel, aufgewachsen in Binzwangen (Kreis Biberach), und sein Pferd einen Fehler. Denn "United Touch" touchierte mit seinem Hinterteil das Podest mit dem Pokal und der purzelte ins Gras. Vogel nahm es mit Humor.

Ein wahr gewordener Traum

Denn das Duo erfüllte sich zuvor einen großen Traum. Im größten Reitstadion der Welt jubelten 40.000 Zuschauer, als der 29-jährige Springreiter mit "United Touch" den prestigeträchtigen Großen Preis von Aachen gewann. Drei fehlerfreie Runden trugen die Beiden zum Sieg und bescherten Ross und vor allem dem Reiter nicht nur den begehrten Titel und ein Preisgeld in Höhe von 450.000 Euro, sondern zusätzlich auch die Chance auf einen Bonus von einer Million Euro.

Aber das war zunächst zweitrangig, für Vogel war der Sieg in Aachen mehr als nur ein sportlicher Erfolg. "Das ist sehr emotional", sagte er sichtlich gerührt. "Ich habe wirklich geweint, als mir klar wurde, dass es gereicht hat. Tränen der Freude natürlich."

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Vogel: "Aachen ist mein Lieblingsturnier"

Nach zwei makellosen Runden blieb Vogel auch im entscheidenden Stechen fehlerfrei und gewann mit einem komfortablen Vorsprung von 1,79 Sekunden. Seine Konkurrenten, José Maria Larocca aus Argentinien und die Deutsche Sophie Hinners konnten dem Tempo von Vogel und United Touch nicht standhalten. "Aachen zu gewinnen, ist etwas, das ich mir schon immer gewünscht habe", so Vogel.

Aachen ist mein Lieblingsturnier, und hier zu sein und ein solches Pferd wie United zu haben, ist einfach unglaublich. Dieses Ziel endlich zu erreichen, ist ein wahr gewordener Traum.

Vogels Heimatverein Mannheim: "Unglaublich stolz"

Für Euphorie sorgte Vogels Erfolg auch bei seinem Heimatverein: "Ich habe den Großen Preis von Aachen in 36 Jahren jedes Jahr gesehen. Aber so eine Leichtigkeit und so ein Tempo - da ist unglaublich", schwärmte Peter Hofmann, Vorstand des Reiter-Verein Mannheim. Er kennt "Richie" schon ewig.

"Er ist ein Mannheimer Bub. Wir sind natürlich unheimlich stolz, dass das einer aus unseren Reihen ist. Jemand, der bei uns ganz normal als Lehrling gearbeitet hat, den jeder kennt. Er hat dem Verein immer die Treue gehalten", betonte Hofmann im Interview mit dem SWR. Noch heute startet Vogel für den Reiter-Verein Mannheim.

Die nächste Herausforderung: Der Grand Slam des Pferdesports

Mit dem Sieg in Aachen hat Vogel nun die Möglichkeit, den Grand Slam des Pferdesports zu gewinnen. Bereits im März triumphierte er bei den Dutch Masters in ’s-Hertogenbosch. Nun könnte er im September beim Turnier in Spruce Meadows in Calgary Geschichte schreiben. Ein weiterer Sieg dort würde ihm den Millionen-Bonus einbringen. Sollte er später auch in Genf gewinnen, könnte sich der Bonus sogar auf zwei Millionen Euro verdoppeln.

Doch Vogel ist bescheiden: "Heute konzentrieren wir uns darauf, wie glücklich wir sind, und auf den Erfolg, den wir hatten, und wir werden das in vollen Zügen genießen." Und trotz aller Euphorie bleibt Vogel fokussiert. "In den nächsten Tagen, wenn wir langsam begreifen, was passiert ist, machen wir einen Plan für Calgary."

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Es könnte das Jahr von Vogel werden

Bisher gelang es nur einem Reiter, den Grand Slam zu gewinnen: dem Briten Scott Brash. Vogel hat die Chance, als zweiter Reiter überhaupt in diese exklusive Liga aufzusteigen. Aber zuvor wartet noch eine große Herausforderung. Vom 11. bis 23. August findet die Weltmeisterschaft statt, wieder in Aachen. Klar will Vogel dort beweisen, dass sein Triumph beim Großen Preis kein Zufall war. Wenn er erneut gegen die Weltelite antritt, dann mit dem klaren Ziel, seinen Erfolg zu wiederholen.

Erstmals publiziert am
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Martin Thiel

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