Reiten | CHI Donaueschingen

Aachen-Sieger Martin Fuchs: "Donaueschingen als Sprungbrett für den CHIO"

Martin Fuchs hat zuletzt ein Wechselbad der Gefühle erlebt: Erst siegt er im Großen Preis von Aachen, dann muss der Springreiter sich Tierquälerei-Vorwürfen stellen. Im September startet er beim CHI Donaueschingen.

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Von Autor/in Vanessa Sieck

Ungläubig schaut Springreiter Martin Fuchs auf die Zeiteinteilung des CHI Donaueschingen. In vier Wochen startet das internationale Reitturnier im Fürstlich Fürstenbergischen Schlosspark. Geplant ist dann auch eine Prüfung, in der ein Profi und ein Amateur als Team an den Start gehen. Perfekt für Martin Fuchs und seine Freundin Simone Pearce. "Da muss ich sie nachher anrufen, da wird sie sich freuen. Wir haben heute Morgen noch kurze Wendungen geübt, um schneller zu sein", sagt der Schweizer mit einem Grinsen im Gesicht.

Noch ein bisschen größer war sein Lächeln am 6. Juli: Beim CHIO Aachen gelingt ihm der Sieg im Großen Preis, 21 Jahre nach seinem Onkel Markus Fuchs. Ein Erfolg, von dem Martin Fuchs schon immer geträumt hat. "Dieses Jahr hat Leone Jei uns das ermöglicht, dass wir da ganz vorne stehen durften. Das ist schon eine ganz schöne Erinnerung, ein ganz schöner Tag", erzählt er im Interview mit SWR Sport über den Aachen-Erfolg mit seinem Pferd Leone Jei. Allerdings folgte danach eine nicht ganz so schöne Zeit für den Einzel-Europameister von 2019.

Vorwürfe der Tierquälerei gegen Martin Fuchs

Denn nach seinem Erfolg in Aachen wurden auf Instagram und TikTok mehrere Videos veröffentlicht, die zeigen, wie Fuchs unterschiedliche Pferde mit der Gerte oder der flachen Hand schlägt. Die Aufnahmen stammen von Turnieren zwischen 2017 und 2025. "Wenn ich die Bilder so sehe, verstehe ich, dass Leute sagen: 'Oh, das sieht scheiße aus und das ist nicht okay.' Das würde mir auch so gehen, wenn ich nur diese Bilder sehe, und darum verstehe ich diese Kritik", erklärt der Schweizer.

Er sei nicht stolz auf solche Ausschnitte, sagt Martin Fuchs weiter. Allerdings gehe es manchmal darum, gefährliche Situationen zu entschärfen - beispielsweise, wenn ein Pferd steigt. "Dann passiert alles sehr schnell. In dem Moment richtig zu reagieren und dem Pferd ein Zeichen zu geben, um vorwärts zu gehen - damit man nicht mit dem Pferd rückwärts umfällt - da ist der Grat immer sehr schmal."

Die harsche Kritik nach dem "Riesenerfolg" in Aachen war für den 33-Jährigen ein "Downer", wie er sagt. Aber er nehme sie an und arbeite täglich daran, die Verbindung zu seinen Pferden zu verbessern. Vor eigentlich jedem Ritt setze er sich ein Ziel, woran er dieses Mal arbeiten wolle. "Dieses Gefühl zu haben, sich mit dem Pferd gut zu verstehen, füreinander zu arbeiten, miteinander besser zu werden - und das Vertrauen, das man gegenseitig aufbaut, ist etwas ganz Spezielles und etwas ganz Schönes", erzählt Martin Fuchs.

CHI Donaueschingen als Sprungbrett für CHIO Aachen

In Donaueschingen träumt der Schweizer von seinem ersten Sieg im Großen Preis (am Sonntag, 21. September, ab 15:45 Uhr live im SWR). Allerdings gehe es auch hier darum, Vertrauen aufzubauen. "Wir haben nicht mehr so viele große, schöne Rasenplätze bei uns im Turnierkalender", erklärt Martin Fuchs. Deswegen komme er immer gern in den Fürstlich Fürstenbergischen Schlosspark, um seine Pferde an Starts auf einem großen Rasenplatz zu gewöhnen. "Das ist ein bisschen wie ein Sprungbrett: Donaueschingen für den CHIO in Aachen."

Für Martin Fuchs ist Donaueschingen ein gefühltes Heimturnier, erzählt er. "Es war für mich als kleiner Junge schon immer ganz speziell. Ich war immer hier vor Ort, habe meinen Eltern, meinem Onkel zugeschaut und habe mitgefiebert. Ich komme extrem gerne hierher." Und dieses Jahr ist eben auch seine Freundin Simone Pearce mit dabei. Die Australierin war als Dressurreiterin schon bei Olympischen Spielen - zuletzt in Paris 2024. Als Springreiterin startet sie im Amateur-Bereich. Zur Freude von ihrem Freund, der sich jetzt schon auf das gemeinsame Team-Springen in Donaueschingen freut.

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