Das CHI Donaueschingen steht noch immer vor einer ungewissen Zukunft. Die Suche nach einem neuen Veranstalter für das internationale Reitturnier blieb bislang ohne Erfolg. Auf eine Ausschreibung Anfang des Jahres bewarb sich niemand. "Das war für uns schon ein schwerer Schlag", erzählt Andreas Haller, Geschäftsführer der Reitturnier Donaueschingen GmbH. "Aufgeben ist für uns zum jetzigen Zeitpunkt aber keine Option."
Man wolle alles Mögliche tun, um eine Zukunft des Reitturniers zu ermöglichen, so Haller. Eine Durchführung in Eigenregie - also ohne externe Agentur - sei aber nicht möglich. Zuletzt sollte das CHI Donaueschingen mit Schafhof Connects zu altem Glanz zurückfinden. Doch nach einer Turnierauflage 2024 kam es im vergangenen Jahr zu einer kurzfristigen Absage und letztlich zur Trennung zwischen städtischer Reitturnier GmbH und Veranstalter.
CHI Donaueschingen: Tradition keine Garantie für Erfolg
Donaueschingen ist kein Einzelfall. Auch andere international besetzte Turniere in Deutschland gehören mittlerweile der Vergangenheit an. Die Gründe sind vielfältig, meistens aber geht es ums Geld. "Wir verstehen, dass niemand in der jetzigen wirtschaftlichen Situation gewillt ist, in übermäßige Risiken zu gehen", sagt Andreas Haller. Logistik, Energie, Personal - alles wird teurer, insbesondere auch die Kosten, um Sicherheitsauflagen zu erfüllen.
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Die Tradition des CHI Donaueschingen reicht bis ins Jahr 1954 zurück. Höhepunkte der mehr als 70-jährigen Turniergeschichte sind die Europameisterschaften im Gespannfahren 1977 und 2019, die EM im Dressurreiten 1991 sowie die EM im Springreiten 2003. "Tradition kann vieles wettmachen, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Dann greifen andere Faktoren", erklärt Andreas Haller. "Die Gegebenheiten sind offensichtlich leider so, dass eine große Historie und ein tolles, attraktives Turniergelände noch keine Garantie geben für eine dauerhaft erfolgreich durchgeführte Veranstaltung."
Turnier in Donaueschingen nur noch national?
Nicht nur die Veranstalter müssen wirtschaftlich denken, sondern auch die Reiterinnen und Reiter. "Sie gehen dahin, wo es das größte Preisgeld gibt", weiß auch Andreas Haller. "In Donaueschingen lebt die Veranstaltung von der Vielseitigkeit der Disziplinen, früher auch von der Volksfestatmosphäre immer. Das in Einklang zu bringen mit einem wirtschaftlich erfolgreichen Konzept ist schon eine gewisse Herausforderung."
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Es gebe diverse Überlegungen, wie das Traditionsturnier wiederbelebt werden könnte. "Eine könnte sein, dass man die Disziplinen reduziert und von internationalem auf nationales Niveau heruntergeht", erklärt Andreas Haller. Zudem könne man sich vorstellen, sich mit mehreren Partnern zusammenschließen, um auf diesem Weg einen hauptverantwortlichen Veranstalter zu ersetzen.
Reitstadion in Donaueschingen wird weiter gepflegt
Die Gespräche laufen, es gebe noch kein konkretes Ergebnis, heißt es aus Donaueschingen. Auch wenn für das CHI keine Lösung in Sicht ist, soll aus dem Reitstadion trotzdem kein Lost Place enstehen. "Der Rasen wird auch nach wie vor auf gewissem Mindeststandard gepflegt. Die Tribüne muss in Schuss gehalten werden. Uns wird also nicht langeweilig", sagt Andreas Haller, der fest daran glaubt, dass im Schlosspark irgendwann wieder geritten wird.