Bundesliga-Finale im Turnen

KTV Straubenhardt holt 10. DM-Titel - Dauser beendet Karriere

Zum dritten Mal in Folge gewann die KTV Straubenhardt den Meistertitel in der Turn-Bundesliga. Dabei beendete Weltmeister Lukas Dauser mit seiner letzten Übung am Reck seine Karriere.

Teilen

Stand

Von Autor/in Holger Kühner

Schon vor den letzten beiden Übungen war der KTV Straubenhardt der Deutsche Meistertitel nicht mehr zu nehmen. Zum 10. Mal gewann das Team aus Nordbaden den Titel und ist nun alleiniger Rekordhalter. Der Sieg im Finale gegen den TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau (52:25) fiel deutlich aus. Auch deshalb konnte Lukas Dauser diesen, seinen Moment genießen.

Weltmeister Lukas Dauser: "Habe meinen Traum gelebt"

Ganz alleine stand der Turn-Weltmeister neben dem Reck. Gerade hatte er seine Übung mit einem gestreckten Doppelsalto beendet. Unter dem Applaus der Zuschauer schnallte er sich seine Lederriemchen von den Händen, die ihm gerade noch den sicheren Halt bei seiner spektakulären Übung an der Reckstange gegeben hatten. Und plötzlich ging ein Raunen durch die Halle. Dauser klopfte mit einem imaginären Hammer gegen das Reck und hängte sein Riemchen "an den Nagel".

Es war der emotionale Höhepunkt im Bundesligafinale, das die KTV Straubenhardt mit Lukas Dauser gewann. "Ich habe meinen Traum gelebt und bin zufrieden mit mir. Ich habe mehr erreicht, als ich mir je erträumt habe", hatte der 32 Jahre alte Silbermedaillengewinner von Tokio bereits am Vortag in einem Video auf seinem Instagram-Kanal resümiert.

Angeführt von Andreas Toba musst sich der TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau deutlich geschlagen geben, war aber auch wegen einiger Verletzungen geschwächt in den Wettkampf gegangen. Bester Turner im Finale war Illja Kowtun (Straubenhardt) mit 14 Scorepunkten. Der Ukrainer hatte in Paris bei den Olympischen Spielen 2024 Silber am Barren gewonnen und wurde 2023 bei den Weltmeisterschaften ebenfalls Zweiter am Barren - hinter Lukas Dauser.

TG Saar gewinnt kleines Finale gegen den SC Cottbus

Ein wahrer Krimi spielte sich im Finale um Platz drei zwischen der TG Saar und dem SC Cottbus ab. Beide Teams lieferten sich an allen sechs Geräten ein Kopf-an-Kopf-Rennen, die Führung wechselte immer wieder. Im letzten Durchgang an den Ringen bahnte sich eine Entscheidung an. Als der norwegische Gastturner Sebastian Sponevik seinen Dreifachsalto sicher stand, wuchs der Vorsprung für Cottbus auf kaum aufholbare acht Scorepunkte an. Dann holte Artur Avetisyan für die TG Saar die maximal möglichen fünf Punkte. Im letzten Duell gewann Florian Lindner mit einer kraftvollen und sicheren Übung gegen den erst 17 Jahre alten Paul Doan Tran aus Cottbus mit vier Scorepunkten. Endergebnis: TG Saar 34 Punkte, SC Cottbus 33 Punkte.

Einzigartige Serie des MTV Stuttgart beendet

Bei den Frauen sicherte sich die Wettkampfgemeinschaft TSV Tittmoning-Chemnitz den Titel in der Deutschen Turnliga deutlich vor dem MTV Stuttgart (41:14). Beste Turnerin war Europameisterin Karina Schönmaier, die beeindruckende 17 Scorepunkte sammelte - mehr als das gesamte Stuttgarter Team erturnte.

Esslingen

Russische Athletin tritt in Esslingen an Heftige Diskussionen um Auftritt von Turnerin Angelina Melnikowa

Die russische Turn-Weltmeisterin Angelina Melnikowa wird am Samstag in Esslingen für den TSV Tittmoning-Chemnitz antreten. Sie gilt als Unterstützerin des Putin-Regimes.

SWR Aktuell Baden-Württemberg mit Sport SWR BW

Im letzten Bundesliga-Wettkampf vor dem Finale hatte noch die russische Weltmeisterin Angelina Melnikova für Tittmoning-Chemnitz geturnt und damit für heftige Diskussionen gesorgt. Im Finale verzichtete Tittmoning-Chemnitz auf den Einsatz der Russin.

Das Stuttgarter Team hatte den Titel zuletzt zwölf Mal in Serie gewonnen, war in Heidelberg aber nur mit nur vier Turnerinnen am Start. Neben Helen Kevric und Madita Mayr war auch Marlene Gotthardt verletzt ausgefallen. Elisabeth Seitz, die erfolgreichste deutsche Turnerin der vergangenen Jahre, saß mit ihrem wenige Wochen alten Baby als Zuschauerin in der Halle. Im kleinen Finale gewann die TG Mannheim den dritten Platz vor der TG Karlsruhe-Söllingen.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Holger Kühner