Angelina Melnikowa wird nicht beim Finale der Deutschen Turnliga (DTL) in Heidelberg an den Start gehen. Das bestätigte Gabi Frehse, Geschäftsführerin des TuS Chemnitz-Altendorf, am Dienstag (25.11.2025) nun auch der DTL. "Wir als Verein haben beschlossen, dass wir Angelina zu ihrer eigenen Sicherheit, zur Sicherheit unserer Turnerinnen und des ganzen Finales in Heidelberg nicht starten lassen werden", wird Frehse in einer Mitteilung zitiert.
Bereits am Montag hatte zunächst die "Deutsche Welle" und dann auch SWR Sport über den Fall berichtet. Weiter heißt es in der Mitteilung: "Der Verein betonte, dass die Entscheidung allein dem Schutz der Beteiligten diene und keine anderen sportrechtlichen Gründe vorliegen."
Melnikowa reagiert mit Instagram-Post
Auch Melnikowa, die Teil des Kaders des TSV Tittmoning-Chemnitz ist, hat inzwischen reagiert und via Instagram bestätigt, dass sie nicht beim Finale in Heidelberg dabei sein wird.
An Melnikowa hatte es aufgrund ihrer politischen Haltung immer wieder Kritik gegeben. Die 25-jährige Russin zeigte in der Vergangenheit mehrfach ihre Unterstützung für das Putin-Regime, das seit Februar 2022 einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt.
Diskussionen um Verpflichtung von Weltmeisterin Melnikowa
Die Verpflichtung der Olympiasiegerin von Tokio 2021 und Mehrkampf-Weltmeisterin von Jakarta im Oktober 2025 durch den Verein TSV Tittmoning-Chemnitz sowie die Ankündigung, dass die Russin in der Deutschen Turnliga starten würde, hatten für Aufsehen und heftige Diskussionen gesorgt.
Umstrittenene russische Turn-Weltmeisterin "Entscheidung war falsch": Auftritt Melnikowas sorgt für Diskussionen
Die Mehrkampf-Weltmeisterin war die Beste beim Wettkampf der Deutschen Turnliga in Esslingen. Doch ihr Auftritt hatte auch eine politische Dimension. Die Turnerin ist Unterstützerin Putins.
Melnikowa gilt als Unterstützerin des Putin-Regimes, war selbst Kandidatin der putintreuen russischen Partei "Einiges Russland" für Kommunalwahlen der Stadtduma Woronesch. Zudem posierte sie am 9. Mai 2022 - zweieinhalb Monate nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine - auf der Parade für den sogenannten "Tag des Sieges" mit dem Kriegsbefürworter-Symbol "Z" in der Hand und postete das Foto auf ihrem Instagram-Account.
Trotzdem stufte der Turnweltverband FIG die russische Turnerin als sogenannte "neutrale Athletin" ein. Eine Erklärung dafür, wie es zu der Einstufung kommen konnte, wollte der Verband auf SWR-Anfrage nicht abgeben.
Melnikowa startete Mitte November in Esslingen
Am 15. November war Melnikowa noch für den TSV Tittmoning-Chemnitz in der Deutschen Turnliga angetreten. In Esslingen gewann die Russin ihre Wettkämpfe am Barren und Balken, beim Sprung wurde sie nur von ihrer Teamkollegin Karina Schönmaier knapp überboten. Am Boden gehörte sie nicht zu den besten Athletinnen.
Melnikowa wollte vor ihrem ersten Auftritt in Esslingen am Stufenbarren im SWR-Interview nur über sportliche Belange sprechen: "Ich freue mich, hier zu sein. Ich darf zum ersten Mal in der Bundesliga starten." Sie sagte, sie möge Deutschland und die Deutschen. "Ich habe gute Erinnerungen an die Turn-WM 2019 in Stuttgart." Auf die Frage, ob sie sich als neutrale Athletin fühle, sagt die Russin kurz: "No comment." Kein Kommentar.
Polizei war wegen Melnikowa-Auftritt vorgewarnt
Die Polizei war gewarnt, dass es möglicherweise zu Protesten gegen den Auftritt der Russin hätte kommen können, auch wenn keine Demonstrationen angemeldet waren. Einige Beamte positionierten sich vor der Halle. Demonstrationen oder Protestaktionen gab es aber keine an diesem Nachmittag.