Programm
Richard Wagner
Vorspiel und "Liebestod" aus dem Musikdrama "Tristan und Isolde"
Béla Bartók
Violinkonzert Nr. 1 Sz 36
Leoš Janáček
Streichquartett Nr. 1 "Kreutzer-Sonate" (Bearbeitung für Streichorchester)
Sergej Prokofjew
Auszüge aus der Ballettmusik "Romeo und Julia" op. 64
Mitwirkende
Patricia Kopatchinskaja, Violine
SWR Symphonieorchester
Tito Muñoz, Dirigent
Richard Wagner stellte sein Musikdrama "Tristan und Isolde" 1859 fertig, konnte es aber erst 1865 komplett aufführen lassen. Zwei Jahre zuvor begründete er bei einem Konzert in St. Petersburg die Tradition, das Vorspiel mit einer rein instrumentalen Fassung der Schlussszene zu koppeln. Die beiden Sätze lassen sich als Programmmusik und Konzentrat der Oper hören: Das Vorspiel stellt mit seinen unaufgelösten Dissonanzen das Drama der beiden Liebenden dar, denen die Erfüllung im Leben versagt bleibt. Ekstatische Klänge stehen in "Isoldes Liebestod" für ihre Verklärung, für die Vereinigung im Jenseits.
Béla Bartók komponierte sein erstes Violinkonzert 1907/1908 für die junge Geigenvirtuosin Stefi Geyer (1888-1956), in die er sich verliebt hatte. Die beiden Sätze porträtieren ihre Persönlichkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Der erste zeigt die "idealisierte Stefi Geyer, überirdisch und innig", der zweite die "fröhliche, geistreiche, amüsante" Virtuosin. Uraufgeführt wurde das Konzert erst 1958, also nach Bartóks und Geyers Tod.
Das erste, 1923 entstandene Streichquartett Leoš Janáčeks trägt den Titel "Kreutzersonate". Er bezieht sich damit nicht direkt auf Beethovens bekanntes gleichnamiges Werk, sondern auf Leo Tolstois Erzählung mit demselben Titel, in der die Frau eines Gutsbesitzers Beethovens Sonate mit einem jungen Geiger spielt und von ihrem eifersüchtigen Gatten ermordet wird. Zwar hat Janáček der Nachwelt kein genaues Programm mitgeteilt, doch könnten seine heimlichen Satzüberschriften in etwa folgendermaßen lauten: "Porträt der gequälten Frau" – "Begegnung der Frau mit dem Geiger" – "Krise" – "Katastrophe und Katharsis".
Um sein 1935 fertiggestelltes Ballett "Romeo und Julia" gegen Widerstände durchzusetzen, extrahierte Sergej Prokofjew daraus drei Orchestersuiten für den Konzertgebrauch. Heute stellen viele Dirigenten daraus eigene Satzfolgen zusammen. Die Auswahl von Tito Muñoz gibt zweifellos einen hervorragenden Eindruck von der Vielfalt des Ausdrucks in Prokofjews Ballettmusik. Das Spektrum reicht vom grandiosen Tanz der Ritter, in dem sich der ganze Hass und Hochmut der verfeindeten Familien Montague und Capulet konzentriert, bis zur melancholischen Stimmung beim Abschied der unglücklichen Liebenden Romeo und Julia.
Pausenfilm zum Livestream
Lena Hofbauer spricht mit der Geigenvirtuosin Patricia Kopatchinskaja, die zum wiederholten Male als Solistin beim SWR Symphonieorchester zu Gast ist. Beim Konzert in Freiburg unter der Leitung von Tito Muñoz interpretiert sie Béla Bartóks erstes Violinkonzert.
SWR Web Concerts
SWR Web Concerts Patricia Kopatchinskaja mit Schostakowitsch und Ligeti
Ingo Metzmacher dirigiert ein Konzert des SWR Symphonieorchesters mit Werken von Schostakowitsch, Ligeti und Hartmann. Mit Patricia Kopatchinskaja (Violine). Livemitschnitt in der Stutttgarter Liederhalle vom 14. Februar 2025.
SWR Web Concerts Patricia Kopatchinskaja: Dies irae
Ein Programm von und mit Patricia Kopatchinskaja. Werke von Biber, Crumb, Lotti, Dowland und Ustwolskaja. Livemitschnitt im Konzerthaus Freiburg vom 17. November 2020.
SWR Web Concerts Pfingstfestspiele Baden-Baden: Patricia Kopatchinskaja & SWR Symphonieorchester
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Patricia Kopatchinskaja spielt Esa-Pekka Salonens Violinkonzert, dazu konzertant der erste Aufzug aus Wagners "Walküre". Am Pult des SWR Symphonieorchesters steht Dima Slobodeniouk. Livemitschnitt im Festspielhaus Baden-Baden vom 5.6.2022.
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