Ich war nicht der Spaßvogel-Typ.
Parodierollen aus Schauspiel und Politik: Kinski und Merz
Stimme, Wortwahl, Mimik, Gestik - das alles gehört zum Handwerk von Comedian Max Giermann. Aber auch die Arbeit der Maskenbildner gehört dazu, die ihn optisch in die jeweilige Personen verwandeln. Bundeskanzler Friedrich Merz zu parodieren, wäre laut Giermann "ein gefundenes Fressen". Aber er ist der Meinung, dass die spitze Kopfform von Merz nicht zu seinem Aussehen passt und die Maskenbildner an ihre Grenzen kommen würden. Eine Überlegung bleibt es trotzdem.
"Wenn ich auf der Bühne stehe und Comedy mache, dann will ich, dass die Leute lachen. Die haben Eintritt bezahlt. Da bin ich sozusagen Dienstleister.
Max Giermann ist schon in viele Rollen geschlüpft. Als Donald Trump oder Karl Lagerfeld konnte er überzeugen. Aber vor allem in seiner Parodie-Rolle als exzentrischer Schauspieler Klaus Kinski hat er sein Publikum begeistert. Im November 2020 war er bereits bei SWR1 zu Gast und hat sich in Kinski-Manier über das Wetter ausgelassen.
Die Kunst ist für Giermann mehr als nur ein Hobby
Die eigentlich viel größere Leidenschaft von Comedian Max Giermann neben der Schauspielerei ist das Malen. Viele Jahre hatte er sich dafür keine Zeit genommen. Mittlerweile widmet er sich dieser Leidenschaft wieder ganz bewusst und hat sich dafür ein großes Atelier im Keller eingerichtet. Giermann selbst beschreibt seine Acryl-Kunstwerke als "wild und ein bisschen laut". Auch in Giermanns Kunst ist Klaus Kinski verewigt - in bunten Portraits.
Das Malen macht man für sich. Da denke ich nicht, wie das Bild werden soll oder welche Wirkung das auf den Betrachter haben soll. Ich bin da einfach in meinem Prozess. Was die Leute dazu sagen, ist mir fast egal. Das ist sehr befreiend.
Von der Clown-Ausbildung auf die Comedy-Bühne
Als Sohn von Kunstlehrern war der berufliche Weg ins künstlerische Schaffen für Giermann selbstverständlich. Doch dem Kunststudium kam die Schauspielerei dazwischen. Und besonders prägend war für ihn die Ausbildung zum Clown: "Ich wäre heute nicht Comedian, wenn ich nicht die Clownerie kennengelernt hätte.
Ich bin eigentlich nicht der Typ, der dafür gemacht ist, auf die Bühne zu gehen. Ich habe eine riesige Scheu davor und bin trotzdem in diesem Beruf gelandet. Vielleicht genau deswegen.
Mit 20 ging Max Giermann weg aus seiner Heimat Freiburg. "Für mich war klar, dass ich was Künstlerisches machen will (...) da muss man raus in die Welt". In Berlin studierte er Schauspiel, im Ruhrgebiet hat er am Theater gespielt und in Köln lebte er für über zehn Jahre.
Von Freiburg mit dem Zug nach Köln zum Dreh
Jetzt ist er wieder zurück in Freiburg, genießt dort die "heile Welt" und findet es nicht schlimm, wenn er in der Straßenbahn erkannt wird. Nur Parodieren im Privatleben möchte er nicht. "Auf der Straße passiert es oft, dass man zu mir sagt ´Komm mach mal den Raab oder Kinski´. Aber das mache ich nicht. Dann komme ich mir vor wie ein Witze-Automat".