Am Sonntag in den Himmel schauen

Mondfinsternis und Blutmond über Rheinland-Pfalz

Am Sonntag ist über Rheinland-Pfalz eine totale Mondfinsternis zu sehen – und der Mond wird rot sein! Wann und wo ihr nach dem Blutmond Ausschau halten solltet, erfahrt ihr hier.

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Stand

Klaus Völkel von der Sternwarte Sessenbach im Westerwald erzählt uns, warum der Mond sich rot färbt und in welche Richtung wir schauen müssen.

Atmosphäre entscheidet über Farbe des Monds

SWR1: Mondfinsternis bedeutet, die Erde schiebt sich zwischen Sonne und Mond und dabei sieht man den Blutmond. Warum wird der Mond so rot?

Klaus Völkel: Rot wird der Mond eigentlich durch den Erdschatten. Im Grunde genommen schiebt sich der Erdschatten vor den Mond und das Sonnenlicht wird durch die Erdatmosphäre gefiltert und dann in den Erdschatten gelenkt. Das gibt ihm dann diese rote Farbe.

Dieser Blutmond und diese rote Farbe hängt letztendlich auch von der Reinheit der Atmosphäre ab. Das heißt also, je röter, desto schlechter ist die Atmosphäre. Ist der Mond nur blassrot, haben wir eine gute Atmosphäre.

Blutmond sehen: Richtung Osten schauen

SWR1: Wann genau sollen wir am Sonntagabend nach oben schauen? Und wie lange geht das Ganze?

Völkel: So eine Mondfinsternis dauert gute fünf bis sechs Stunden. Allerdings wird der Mond am Sonntag schon verfinstert aufgehen. Das heißt, dass er dann im Kernschatten der Erde aufgeht und im Osten gut sichtbar sein wird.

Dieses Naturschauspiel ist wunderbar anzuschauen.

Er wird bestimmt auch ein fantastisches Fotomotiv, weil man den Mond vielleicht am Horizont und mit ein paar vordergründigen Objekten fotografieren kann. Dazu sollte man auf jeden Fall die Kamera oder das Handy auf ein Stativ stellen, um wackelfreie Aufnahmen zu machen.

Mondfinsternis mit bloßem Auge beobachten

SWR1: Lässt sich die Mondfinsternis mit bloßem Auge erkennen oder braucht man ein Teleskop?

Völkel: Eine Mondfinsternis beobachtet man grundsätzlich immer mit dem bloßen Auge. Dieses Naturschauspiel ist wunderbar anzuschauen, da braucht man also keine optischen Hilfsmittel.

SWR1: Hat eine Mondfinsternis Auswirkungen auf die Natur und die Tierwelt oder sieht sie einfach nur schön aus?

Völkel: Das sieht eigentlich nur schön aus, das ist ja im Grunde genommen nur das Licht, wird ein bisschen gedämpft durch den Erdschatten. Bei einer Sonnenfinsternis ist das schon ein bisschen anders, aber bei der Mondfinsternis, da passiert mit uns oder der Tierwelt eigentlich gar nichts.

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Für die nächste Mondfinsternis braucht es Geduld

SWR1: Ist die Mondfinsternis am Sonntagabend etwas Besonderes oder kommt so etwas öfters vor?

Völkel: In fünf Jahren bekommen wir hier in Deutschland etwa drei Mondfinsternisse zu Gesicht. Diese wird sicherlich schön sein, weil der Mond schon verfinstert am Horizont aufgehen wird.

Mondfinsternisse, die man in der Gesamtlänge beobachten kann, sind natürlich auch sehr reizvoll. Allerdings steht der Blutmond hoch am Himmel und dann kann man ihn eigentlich nur als Mond fotografieren. Man hat dann keine weiteren Objekte in der Kamera.

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Erstmals publiziert am
Stand
Das Interview führte
Michael Lueg
Michael Lueg
Steffi Stronczyk
Steffi Stronczyk
Interview mit
Klaus Völkel, Sternwarte Sessenbach
Onlinefassung
SWR1