"Crash-Kurs RLP" für junge Fahrerinnen und Fahrer

Unfallprävention an der Schule: Polizei zeigt echte Unfallfotos

Polizei und Schulen arbeiten zusammen. Mit realen Bildern und Berichten von Verkehrsunfällen machen sie junge Menschen auf die Gefahren aufmerksam – das ist Unfallprävention.

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Stand

Gerade junge Fahrerinnen und Fahrer sind überdurchschnittlich oft in einen schweren Unfall verwickelt. Das Programm zur Unfallprävention "Crash-Kurs RLP" für Schulen von der Polizei in Mainz arbeitet manchmal mit drastischen Mitteln.

Wir haben darüber mit Polizeihauptkommissarin Kristina Brandt von der Polizei Mainz gesprochen. Sie besucht Schulen mit anderen Einsatzkräften, Seelsorgern und auch Angehörigen von Unfallopfern.

SWR1: Sie gehen in die elfte Klasse aufwärts. Dort in der Schule zeigen Sie unter anderem echte Fotos von schweren Verkehrsunfällen. Wie reagieren die jungen Leute?

Kristina Brandt: Das ist ganz unterschiedlich. Man kann davon ausgehen, dass die Schüler und Schülerinnen durch Social Media doch schon den ein oder anderen schweren Unfall gesehen haben. Vielleicht sind sie auch schon mal an einer Unfallstelle vorbeigefahren.

Ich glaube, es wird bei solchen Bildern erst dann interessant, wenn man noch die Zusatzinfo bekommt, dass die Unfälle in unmittelbarer Nähe stattgefunden haben. Eben genau dort, wo sie auch mit ihrem Auto oder mit dem Moped unterwegs sind.

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SWR1: Und Sie merken dann, dass es bei den Jugendlichen "klick" gemacht hat?

Brandt: Genau. Es ist immer wieder festzustellen, dass man ab der Begrüßung eigentlich eine Stecknadel fallen hören könnte. Man hat die Schüler relativ schnell in den Bann gezogen. Durch diese Erzählung und auch durch diese Bilder, die aber ganz gezielt gewählt werden, stellen sich die ganz eigenen Bilder im Kopf zusammen.

Es regt auf jeden Fall auch die älteren Herrschaften im Publikum an.

SWR1: Sind denn manche in der Schule auch so ehrlich und äußern sich dazu? Ich stelle mir das schwierig vor – man will ja nicht als junger Kerl sagen, dass man Schnellfahrer verstehen kann.

Brandt: Vielleicht in der Nachbereitung. Bei uns stehen während dieser Veranstaltung die Akteure auf der Bühne im Dialog stehen. Die Schüler hören im Einzeldialog meistens nur zu. Sie müssen das Ganze dann auch erstmal sacken lassen.

SWR1: Warum sind gerade junge Fahrerinnen und Fahrer so gefährdet im Straßenverkehr? Wollen die sich teilweise auch ausprobieren?

Brandt: Ich denke, dass die Neugier auf jeden Fall vorhanden ist. Man möchte austesten, wie schnell um die Kurve gefahren werden kann, ohne dass das Fahrzeug ausbricht.

Man lässt sich animieren, weil der gegenüber schon ein bisschen aufs Gaspedal gedrückt hat und denkt, dann lass uns mal ein Rennen starten. Da fehlt die Erfahrung, einfach weil man oft erst im Nachhinein weiß, dass es keine gute Idee ist. [...]

Polizei: Unfallprävention "Crash-Kurs" auch für Ältere

SWR1: So manche Erwachsene könnten einen Crashkurs auch gut gebrauchen, oder?

Brandt: Auf jeden Fall. Lehrer und interessierte Kollegen haben die Veranstaltung auch besucht. Die bestätigen, dass auch ältere Herrschaften im Publikum zum Nachdenken angeregt werden.

SWR1: Was könnten wir außerhalb der Schule dafür tun, damit unsere Kinder und Jugendlichen langfristig sicherer unterwegs sind?

Brandt: Ein gutes Vorbild sein, indem man appelliert und man auf diese Hauptunfallursachen immer wieder hinweist: Der Sicherheitsgurt ist Lebensretter Nummer eins, sich an das Tempolimit halten und dass man sich nicht animieren lässt, schneller zu fahren, weil es der andere hinten dran vielleicht eilig hat.

Man sollte einfach den offenen Dialog suchen. Wir haben alle mal angefangen, nur durch das aktive Fahren sammeln wir Erfahrungen und lernen aus unseren Fehlern.

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