Der Vierjahresplan von Digitalminister Wildberger

Mit Vollgas ins KI-Zeitalter

Teilen

Stand

Von Autor/in Jan Frédéric Willems ARD-Hauptstadtkorrespondent

Digitalminister Wildberger soll Deutschland fit machen für die Zukunft. Wie er das anstellen will – und was ihn im Südwesten beeindruckt – verrät er im Interview.

Das gab es in Deutschland noch nie: Ein eigener Minister, ausschließlich für Digitales und Staatsmodernisierung. Und dann auch noch einer, der ursprünglich gar kein Politiker war. Karsten Wildberger (CDU) kommt aus der Wirtschaft und bringt damit auch eine neue Arbeitsweise in das Ministerium: "In Unternehmen müssen Sie jedes Quartal liefern. Sie müssen natürlich in der Politik auch liefern, aber es ist nicht in der gleichen Form messbar. Aber das wollen wir ein stückweit ändern. Diese Messbarkeit, das haben wir uns vorgenommen."


Deutschland fit für die Zukunft machen
Vorgenommen hat sich das Team um den Minister einiges: Der Staat soll schlanker werden, schneller, serviceorientierter. Das Mobilfunknetz soll besser werden, der Glasfaserausbau vorangetrieben. Ganz konkret: Die Wallet – also eine digitale Brieftasche für den digitalen Personalausweis, Führerschein oder Versicherungskarten – soll Anfang 2027 stehen. "Ich hoffe, dass die Bürgerinnen und Bürger sagen, ‚Ach, damit wird das Leben ein bisschen einfacher, bequemer und ja, auch besser‘", sagt Wildberger.
Und noch eine Hoffnung hat der Digitalminister: dass die Künstliche Intelligenz vollends in Gesellschaft und Wirtschaft ankommt. Bei Start-Ups aber auch in der etablierten Industrie und im Mittelstand. Die Zeichen sehen jedenfalls gut aus, findet Karsten Wildberger: "Da sehe ich gerade ein gutes Momentum, was sich entwickelt."

Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung (rechts) und Jan Frédéric Willems, ARD-Hauptstadtkorrespondent
Dr. Karsten Wildberger, Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung (rechts) und Jan Frédéric Willems, ARD Hauptstadtkorrespondent


KI in der Wirtschaft – KI in der Politik
Aber nicht nur in der Wirtschaft soll Künstliche Intelligenz eingesetzt werden – auch in der Politik und Verwaltung schlummert ungenutztes Potenzial. Erst kürzlich hatte auch Bundeskanzler Friedrich Merz zugegeben, mit KI zu experimentieren. Er habe es beim Gesetzgebungsverfahren zur Aktivrente eingesetzt, sagte Merz.
Digitalminister Karsten Wildberger bestätigt: Auf einer digitalen Plattform des Bundes nutzen Verwaltungsangestellte KI-Programme um zum Beispiel Texte zu schreiben, Grafiken zu erstellen oder Ideen zu sammeln. Auch in Asylverfahren soll KI "im großen Stil" eingesetzt werden.


KI-Innovationspark in Heilbronn ein "fantastisches Projekt“"
Dass die Künstliche Intelligenz auch in Deutschland durchstartet, dazu soll auch der Innovationspark für Künstliche Intelligenz in Heilbronn (IPAI) beitragen. Bundeskanzler Friedrich Merz, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Technologieministerin Dorothee Bär und Digitalminister Karsten Wildberger – sie alle waren eingeladen zum Startschuss des Gemeinschaftsprojekts des Unternehmers Dieter Schwarz und der öffentlichen Hand. Hier sollen KI-Anwendungen von der Idee bis zum Einsatz entwickelt werden. Gemeinsam von Forschung, Staat und Unternehmen. Ein "unglaublich fantastisches" Unterfangen, findet Wildberger: "Dieses Public-Private-Partnership zeigt, wozu wir auch in der Lage sind und das ist für mich deshalb ein absolutes Leuchtturmprojekt. Und wir müssen neben all den Herausforderungen, die wir haben, es wieder lernen, so etwas auch mal abzufeiern."

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Jan Frédéric Willems ARD-Hauptstadtkorrespondent

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!