Designierte Bahn-Chefin: Ist Evelyn Palla nur eine Notlösung?

Die zukünftige Chefin der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, ist vorgestellt worden. Die erste Wahl ist die 52-Jährige wohl nicht. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) soll viele Absagen bekommen haben und sich erst dann für sie entschieden haben, sagt SWR-Wirtschaftsredakteur Michael Wegmer im Gespräch mit unserem Moderator Alfred Schmit.

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Schnieder hatte demnach wieder einen Mann für den Posten als Vorstandschef bei der Bahn im Auge. Ein Kandidat sei René Obermann gewesen - früherer Chef der Deutschen Telekom und jetzt Aufsichtsratsvorsitzender bei Airbus. Von ihm habe der Bundesverkehrsminister ebenso eine Absage erhalten wie von Spitzenmanagern der Bahn-Unternehmen in Österreich (ÖBB) und in der Schweiz (SBB).

Warum Evelyn Palla keine Notlösung ist

Für den SWR-Wirtschaftsredakteur ist Evelyn Palla als zukünftige Bahn-Chefin nicht beschädigt, obwohl sie nicht ganz oben auf der Liste für die Führungsposition gestanden habe. Sie gelte als "Arbeiterin im Hintergrund, die sehr akribisch ist". Die Personalie könnte allerdings dem Verkehrsminister auf die Füße fallen: "Er gibt einer fähigen Frau im Konzern erst die Chance, als klar ist, dass kein externer männlicher Bewerber Lust auf diesen schwierigen Job hat."

Was die designierte Bahn-Chefin auszeichnet

Die 51-jährige Evelyn Palla hat nach Einschätzung von Michael Wegmer bei DB Regio bereits gezeigt, dass sie Sanierungen erfolgreich anstoßen kann. Während im Fernverkehr im August 2025 die Pünktlichkeitsquote bei 59,6 Prozent lag, betrug sie im Nahverkehr 89,2 Prozent (Quelle: Deutsche Bahn). In die Politik habe sie zwar weniger Kontakt als ihre Vorgänger. Eine nicht so starke Vernetzung müsse aber kein Nachteil sein, ergänzt der SWR-Wirtschaftsredakteur: Bei den Herausforderungen könne es nur helfen, "wenn nicht alle fünf Minuten ein Abgeordneter anruft und seine Wünsche loswerden will".

Unterschiedliche Reaktionen auf Evelyn Palla

Die Reaktionen auf Evelyn Palla fallen unterschiedlich aus. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will im Aufsichtsrat der Deutschen Bahn gegen die designierte neue Konzernchefin Palla stimmen. Anders sieht es die Lokführer-Gewerkschaft GDL, die sie als erfahrene Führungskraft bezeichnet. Auch der Fahrgastverband Pro Bahn ist einverstanden. Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn muss der Personalie noch zustimmen.