Bewegung: Das beste Mittel gegen Diabetes Typ 2 - auch bei Kindern

Etwa 9 Millionen Menschen in Deutschland haben Diabetes. Was aber ist der Unterschied zwischen Typ 1 und Typ 2? Arzt und Journalist Lothar Zimmermann klärt auf.

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Diabetes ist fast schon eine Art "Volkskrankheit". Neben den rund 9 Millionen bekannten Fällen gibt es Schätzungen, dass die Dunkelziffer bei weiteren 2 Millionen Menschen liegen könnte. Ein fundamentaler Unterschied ist dabei die Frage, ob man an Typ 1 oder Typ 2 erkrankt ist. Beide sorgen zwar für eine Insulin-Insuffizienz, aber, betont der Arzt und Journalist Lothar Zimmermann im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel, dass Typ 1 Diabetes eine Auto-Immun-Erkrankung ist: "Das ist eine Fehlprogrammierung." Der Körper attackiere die Zellen der Bauchspeicheldrüse, welche Insulin zum Zucker-Abbau im Blut ausschütten. Beim Typ 2 dagegen könne die Bauchspeicheldrüse Insulin produzieren, aber - und deswegen gebe es häufig einen Zusammenhang mit Übergewicht - nicht in ausreichendem Maße für die Körpermasse.

Kinder und Jugendliche häufiger von Typ 2 betroffen

Da Gewichtszunahme häufig eine Alterserscheinung sei, heiße Typ 2 Diabetes auch im allgemeinen Sprachgebrauch "Altersdiabetes". Unter Kindern und Jugendlichen wächst aber der Anteil derer, die ebenfalls an diesem Diabetes-Typ erkranken. Nach Angaben der Deutschen Diabetes-Gesellschaft waren 2022 etwa eintausend Jugendliche im Alter zwischen 11 und 17 Jahren von diesem Diabetes-Typ betroffen. Das ist inzwischen drei Jahre her, aber die Zahlen steigen, auch weil zunehmend Kinder und Jugendliche ebenfalls unter Adipositas leiden. Deshalb helfe am ehesten Bewegung, sagt Zimmermann: "Wir müssen uns mehr bewegen - Kinder und auch Erwachsene. Man muss sehen, dass der Körper, der dann nicht mehr so gut auf Insulin anspricht, die Nährstoffe, wie Zucker, besser zu verwerten."

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Diabetes international auf dem Vormarsch

Die Zahl der Diabetes-Kranken hat sich seit 1990 verdoppelt. Das hat eine große Studie des Fachmagazins "The Lancet" rausgefunden. Weltweit leben mehr als 800 Millionen Menschen mit Diabetes - vor allem in ärmeren Ländern werden sie oft zu wenig oder gar nicht behandelt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nennen als Hauptursachen für die Krankheit Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel. Sie fordern deshalb Steuern auf ungesunde Nahrungsmittel.