Gottesdienste unter Gerüst: Die Sanierung des Ulmer Münsters

Das Ulmer Münster muss saniert werden. In die größte protestantische Kirche Deutschlands zieht für mindestens fünf Jahre ein 40 Meter hohes Gerüst ein. Führungen und Gottesdienste finden trotzdem statt. Darüber spricht SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex mit Wolfgang Dieterich, dem Geschäftsführer der Ulm/ Neu-Ulm Touristik GmbH.

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Trotz der Baumaßnahmen bleibe das Münster nach wie vor zugänglich, sagt Wolfgang Dieterich. Glasfenster und Chorgestühl aus verschiedenen Jahrhunderten blieben von den Arbeiten unberührt. Es bleibe eine Bürger-Kirche bei der ständig etwas Neues hinzukomme.

Was passiert in den kommenden fünf Jahren

Vor allem werde im Hauptschiff die Decke untersucht. Dort sei vor einiger Zeit Putz heruntergefallen. Das sei ein Sicherheitsaspekt. Bei der Gelegenheit - wenn man schon mal das Gerüst da habe - würden auch Fresken restauriert. Es sei aber weiterhin möglich auch ohne Führung das Münster zu besuchen. Einen Kopfschutz brauche man dafür übrigens nicht.

Ulm

Vorerst letzter Gottesdienst im Hauptschiff Jahrelange Baustelle: Ulmer Münster bekommt Riesen-Gerüst

Gottesdienstbesucher haben am Dreikönigstag die letzte Chance genutzt, den Innenraum des Ulmer Münsters unverstellt zu erleben. Für Renovierungsarbeiten wird jetzt ein riesiges Gerüst aufgestellt.

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Baustellenführungen sind noch nicht geplant

Ob Touristen die Möglichkeit bekommen, das Gerüst zu betreten und das Münster aus einer anderen Perspektive kennenzulernen, werde noch besprochen, sagt Dieterich. Baustellenführungen gebe es an anderen Stellen in Ulm auch. In Wieblingen werde zum Beispiel gerade die Basilika restauriert. Da werbe man unter anderem dafür, dass die Leute sich dort die Kloster-Bibliothek anschauen könnten. Der Tourismus laufe trotz Baustellen nach wie vor weiter.

Ulmer Münster bleibt Hauptanziehungspunkt für Touristen

Man könne das Münster schon von Weitem sehen, wenn man in die Stadt komme. Die Bevölkerung identifiziere sich auch sehr stark mit ihrer Kirche und spende deshalb auch viel. Das sei seit Jahrhunderten schon so. Touristen seien regelmäßig von den Dimensionen beeindruckt. Ulm sei an sich keine große Metropole und habe keine wirklich hohen Gebäude. Deswegen falle das Münster hier noch mehr auf. Man wolle auch ein Bisschen weg von der Werbung nur für den Turm (ehemals der höchste Kirchturm der Welt), denn das Innere biete auch viele Kunstschätze und Geschichten.

Aktuell kommen nicht viele Besucher

Es sei momentan sehr kalt, erklärt Dieterich. Zu normalen Gottesdiensten sei deswegen die Kirche manchmal nicht so voll. Auch weil die evangelische Kirchengemeinde nicht sonderlich groß sei. Aber bei Veranstaltungen, Konzerten oder Festgottesdiensten sei auch mal mehr los.

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Das Interview führte
Ulrike Alex
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Onlinefassung
Moritz Kleiß