Grönland-Krise: Dänischer Ex-Minister hofft auf "vernünftigere Leute" in US-Regierung

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Offiziell nur ein "Besuch bei Freunden", doch politisch hochbrisant: Außenminister Johann Wadephul (CDU) trifft seinen US-Kollegen Marco Rubio in Washington. Ein Thema lässt sich dabei nicht ausblenden: Grönland. Immer wieder kündigt US-Präsident Donald Trump an, die größte Insel der Welt unter US-Kontrolle bringen zu wollen. Er droht dabei zunehmend aggressiv in Richtung Dänemark: "Wir werden wegen Grönland etwas unternehmen, ob es ihnen passt oder nicht - entweder auf die nette Art oder auf die schwierigere Art", so eins seiner Statements dazu. Worauf die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mit der Warnung reagiert, dass ein Angriff auf ein NATO-Mitglied das Ende des Bündnisses bedeuten würde.

Somit ist eine Insel in der Arktis ist zum Schauplatz einer unvergleichlichen diplomatischen Eskalation geworden. Diese beunruhigt auch Tom Høyem zutiefst: der deutsch-dänische Politiker war in den 1980er Jahren Grönland-Minister in Dänemark und lebt seit 30 Jahren in Karlsruhe. Er sieht in der aktuellen Situation die "tiefste Krise der NATO" und hofft auf eine positive Wirkung der diplomatischen Gespräche dieser Woche. US-Außenminister Rubio sei "einer der vernünftigeren Leute" in Trumps Kabinett, für den eine US-Militäroffensive in Grönland nicht in Frage komme – nur sage "sein Chef Trump danach immer etwas anderes". Warum er trotzdem erwartet, dass die Lage am Ende diese Woche entspannter aussieht als heute, erklärt er im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.