Zum Beispiel haben die Hersteller von Klimaanlagen eine so hohe Nachfrage, dass sie nicht mehr hinterherkommen. "Mit der Zunahme von Hitzetagen wächst branchenweit die Nachfrage nach Kühl- und Kältetechnik, beginnend vom Ventilator im privaten Umfeld bis hin zur gewerblichen Klimatisierung", sagt Hans-Jürgen Völz, Chefvolkswirt beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft in SWR Aktuell. Ventilatoren und mobile Klimageräte seien vielerorts ausverkauft.
Der zuständige Verband Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe meldet eine durchschnittliche Wartezeit von bis zu drei Monaten für den Einbau von festinstallierten Anlagen.
Auch Getränke- und Eis-Hersteller haben Sonderkonjunktur
Aber nicht nur die Hersteller von Kühlsystemen profitieren von hohen Temperaturen. Ganze Wirtschaftszweige hätten Sonderkonjunktur, zum Beispiel im Bereich der Getränke- und Nahrungsmittelhersteller, sagt Völz und beruft sich auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts.
In der letzten Juniwoche wurde 77 Prozent mehr stilles Wasser und 63 Prozent mehr Sprudelwasser gekauft als in einer durchschnittlichen Sommerwoche der Jahre 2023 bis 2025. Und der Lebensmitteleinzelhandel verzeichnet 90 Prozent mehr Absatz von Speiseeis als in den Sommerwochen der letzten drei Vorjahre.
Klimanalagen treiben Stromverbrauch nach oben
Auch die großen Energieversorger profitieren von den Millionen von Klimaanlagen, da diese den Stromverbrauch nach oben treiben, weiß der Chefvolkswirt. "Und den Betreibern von Solarparks kommen die Hitzewellen zugute, weil diese mit einer sehr viel höheren Sonnenstrahlung einhergeht - und so die Produktion erhöht wird."
Ob extreme Hitze auch als Geschäftsmodell für kreative Start-ups und kleine Unternehmen denkbar ist, darüber hat SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch mit Hans-Jürgen Völz gesprochen.
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