Ifo-Chancenmonitor 2026: Jungs viel seltener auf dem Gymnasium

Wie gerecht oder ungerecht sind die Bildungschancen in Deutschland? Das zeigt der Chancenmonitor 2026 des Ifo Instituts in regemäßigen Abständen auf Basis der Daten des Mikrozensus. Die vergangene Studie vor drei Jahren war mit den Worten überschrieben: "Bildungschancen hängen stark vom Elternhaus ab". Was hat sich seitdem verändert?

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Stand

"Es ist leider immer noch so, dass sich die Ungleichheit der Bildungschancen in Deutschland verfestigt hat", sagt Ludger Wößmann Leiter des Zentrums für Bildungsökonomik am Ifo Institut in SWR Aktuell.

Wößmann macht das an folgendem Beispiel fest: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind ein Gymnasium besucht, abhängig vom familiären Hintergrund?

Wenn dieses Kind mit Eltern ohne Abitur aufwächst, die im untersten Einkommens-Viertel sind, dann gehen 17 Prozent der Kinder auf das Gymnasium. Wenn das Kind aber mit Eltern aufwächst, die beide Abitur haben und aus dem obersten Einkommensviertel sind, dann sind wir bei über 80 Prozent. Bei Chancengleichheit müsste der durchschnittliche Wert, aufs Gymnasium zu kommen, gleich sein.

"Kinder früh und gezielt fördern"

Diese Unterschiede zeigten, dass die Chancen auf eine gute Bildung in Deutschland sehr stark vom familiären Hintergrund abhingen. Dies ist kein Automatismus, betont der Bildungsökonom: "Ausnahmen gibt es immer. Wir sehen auch, dass viele Unterstützungsmaßnahmen für Kinder aus benachteiligten Schichten sehr große Erfolge haben." Man könne viel erreichen, wenn man vor allem früh und gezielt fördere. Dies sei nicht unausweichlich. Wenn die Gesellschaft allerdings nichts unternimmt, ist es nach Ansicht von Wößmann so, dass solche Ergebnisse herauskommen.

Jungs viel seltener auf Gymnasium als Mädchen

In der aktuellen Studie wurden auch Geschlechterunterschiede untersucht. Spannend sei dort, dass die Bildungsbenachteiligung nach Geschlecht sich komplett umgedreht habe.

Von den Mädchen gehen 43,5 Prozent auf ein Gymnasium, von den Jungen nur knapp 37 Prozent. Dieser Unterschied zeigt eine deutliche Bildungsbenachteiligung der Jungen, die man sich bewusst machen muss. Wir sollten auch hier schauen, dass Jungen gerade im Bereich Lesen und Selbstregulation gefördert werden.

Warum in Deutschland die Chancengleichheit im internationalen Vergleich weniger ausgeprägt ist als in anderen Ländern, darüber hat Ludger Wößmann mit SWR Aktuell-Moderatorin Katja Burck gesprochen.

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