Die marode, vierspurige, autobahnähnliche Strecke zwischen der BASF und der B9 im Norden von Ludwigshafen ist vermutlich gerade das Gesprächsthema bei Pendlern. Statt 100 km/h darf man hier seit Januar nur noch 50 km/h fahren - wegen zu vieler Schäden nach eisigen Temperaturen im Winter auf der Fahrbahn. Die Polizei kontrollierte die Geschwindigkeitsbegrenzungen - und blitzte seit Februar rund 6.200 Autofahrer. 505 waren so schnell, dass sie wohl für einige Zeit ihren Führerschein abgeben müssen, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Anfang April dem SWR.
Schäden an Straßen kosten mehrere Millionen Euro
Doch an den Löchern in der Fahrbahn soll sich bald was ändern. Wie die Stadtverwaltung im Ausschuss ausführte soll die Strecke in den Sommerferien saniert werden. Die Kosten von 12,5 Millionen Euro tragen im Wesentlichen Bund und Land.
So sieht die Straße aus:
Kritik an Blitzerkontrollen auch von der Politik
Im Bauausschuss in Ludwigshafen kam auch Kritik auf am Vorgehen der Behörden. Für die CDU-Fraktion im Ausschuss brachte es Peter Uebel auf den Punkt: Er sagte, er vermisse bei der Stadt in diesem Fall das "nötige Fingerspitzengefühl" und Verständnis für die Lage der Autofahrer. Oberbürgermeister Blettner von der CDU entgegnete, dass die Blitzerkontrollen der Polizei mit der Stadtverwaltung nicht abgesprochen wurden. Die Stadt selbst habe auf die Kontrollen keinen Einfluss, so OB Blettner.
"Es fehlt mir an Fingerspitzengefühl und Verständnis der Stadt"
Stadt will besser aufklären
Um mehr Verständnis bei den Autofahrer zu erreichen, will die Stadt jetzt nachbessern: Der zuständige Beigeordnete Alexander Thewalt (SPD) räumte ein, das die erste Beschilderung jetzt noch einmal verbessert werden soll mit deutlicheren Warnhinweisen, um die Akzeptanz bei den Autofahrer zu erhöhen.
Die Zahl der Tempoüberschreitungen auf der maroden Landessstraße 523 entlang der BASF sinkt inzwischen deutlich. Bei den ersten Tempokontrollen der Polizei waren zu Beginn fast 30 Prozent aller Autofahrer auf der Strecke zu schnell unterwegs. Wie die Polizei mitteilt, waren bei den jüngsten Kontrollen weniger als zehn Prozent zu schnell unterwegs.
Der Stadtrat muss dem Sanierungsplan des Bau- und Grundstückausschusses für die Schnellstraße noch zustimmen.