"Ein Regime-Change von außen funktioniert nicht." Die Nah-Ost-Expertin und Journalistin untermauert ihre Behauptung mit Beispielen der jüngeren Geschichte und verweist auf die gescheiterten US-Interventionen in Afghanistan und im Irak. "Das muss von Innen kommen. Die Iranerinnen und Iraner müssen selbst entscheiden, wer sie regiert."
Die Angriffe der USA und Israels sind völkerrechtswidrig. Es gibt keinen Grund zur Selbstverteidigung, weil keine akute Gefahr vom Iran ausging.
Es sei zwar furchtbar, dass die Menschen unter diesem Regime leiden. Doch die Luftangriffe durch die USA und Israel würden mittelfristig die Lage für die iranische Zivilbevölkerung womöglich noch verschlimmern.
Iran hat keine Verbündeten
Der Iran steht nach Einschätzung der Nah-Ost-Expertin auf verlorenem Posten. "Der Iran ist isoliert." Verbündete wie Russland und China hätten zwar iranisches Öl gekauft, ergänzt sie. Aber beide Staaten seien nicht bereit, das Regime in Teheran zu schützen.
Auch auf die Hisbollah-Miliz im Libanon könne der Iran nicht zählen. Sie sei sehr geschwächt. Hinzu komme, dass die libanesische Regierung alle Aktionen der Hisbollah für illegal erklärt hat. Ein deutlich Riss innerhalb des Libanon sei erkennbar. Die Menschen wollten in diesen Krieg nicht hineingezogen werden.
Der Iran hat international keine Verbündeten, die bereit wären, diesem Regime beiseite zu springen.
Auch die iranischen Beziehungen zu den Golfstaaten seien schwer beschädigt worden, sagt Kristin Helberg. Das sei darauf zurückzuführen, dass der Iran nicht nur US-Militärbasen in der Region angreift. Das Regime in Teheran habe auch zivile Infrastruktur mit Raketen beschossen. "Selbst Staaten wie der Oman, der zuletzt vermittelt hatte und Katar, eigentlich ein enger Verbündeter des Iran, wenden sich ab und werden so in das Lager Israels und der USA gedrängt."
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