In der Halle der Firma SD-Blech in Zemmer sprühen die Funken. In allen Kabinen wird Metall zusammengeschweißt. Über zu wenige Aufträge kann sich Henning Schlöder, einer der drei Geschäftsführer, nicht beklagen.
Das hat mit speziellen Kunden zu tun. Denn neben Bauteilen für Öfen und Baumaschinen stellen die etwa 100 Mitarbeiter hier immer mehr Komponenten für militärische Fahrzeuge her. "Dieses Jahr machen wir rund 15 Prozent unseres Umsatzes mit Aufträgen aus der Wehrtechnik", sagt Schlöder: "Das war in den Anfangsjahren deutlich weniger."
Krise: Manche Branchen schwächeln
Die zusätzlichen Aufträge kommen für die Firma gerade recht. Denn in der aktuellen Wirtschaftskrise schwächeln viele Branchen. Manche Unternehmen bestellen weniger bei dem Metallbauer in Zemmer.
Rüstung hingegen ist ein Markt, der wächst. "Die Bauteile, die wir für die Wehrtechnik anfertigen, helfen uns, die wegbrechenden Umsätze auszugleichen", sagt Schlöder.
Und SD-Blech ist nicht die einzige Firma, die auf die Branche setzt. Seit die Bundesregierung angekündigt hat, dass sie mehr als 100 Milliarden Euro in die Verteidigung investieren will, sind die Auftragsbücher der Rüstungskonzerne gut gefüllt - und damit auch die Bücher der Zulieferer.
Militär ist interessant für Metallbauer
Auch in der Region Trier gibt es weitere Firmen, die für die Rüstungsindustrie arbeiten. Das bestätigt die Handwerkskammer in Trier: "Aus unseren Kontakten können wir schon entnehmen, dass die Nachfrage durch das Militär für einige Betriebe ein interessantes Geschäftsfeld darstellt".
Gemeint sind nicht nur Metallbauer, denn investiert wird ja nicht nur in Wehrtechnik, sondern auch in die Kasernen der Bundeswehr. "Und wenn Gebäude modernisiert werden, können etwa Fensterbauer, Maler, Fliesen- und Bodenleger oder Schreiner beauftragt werden", heißt es bei der Handwerkskammer.
Neues Angebot des SWR Studios Trier Nachrichten aus der Region Trier jetzt auf WhatsApp lesen
Das SWR Studio Trier ist jetzt auch auf dem Messenger-Dienst WhatsApp aktiv. Dort finden Sie regionale Nachrichten von Mosel und Saar, aus der Eifel, Hunsrück und Hochwald.
Von einer Trendwende will man dort allerdings nicht sprechen. Die sieht auch Henning Schlöder nicht. Denn längst nicht jeder Betrieb, der sich für eine Zusammenarbeit mit der Rüstungsindustrie interessiert, kommt zum Zug, sagt der Geschäftsführer: "Früher mussten sich die Kunden in der Branche ihre Lieferanten suchen gehen. Heute werden sie täglich von Firmen kontaktiert, die für sie arbeiten wollen."
Firma arbeitet schon länger für Rüstungsindustrie
Was sich für SD-Blech auszahlt: Die Firma pflegt schon länger Kontakte in die Branche. "Wir haben schon für die Rüstungsindustrie gearbeitet, bevor es diesen Boom gab", sagt Schlöder - wenn auch nicht in diesem großen Umfang.
Zudem kann nicht jeder Betrieb das, was der Metallbauer aus Zemmer anbietet. Das Unternehmen hat sich auf das Schweißen spezialisiert. Mitarbeiter wie der Ingenieur Jonas Pohr wurden für komplexe Arbeiten und im Umgang mit Robotern und modernster Technik geschult.
"Die Anlagen, die wir hier haben, gibt es nicht in jedem Betrieb", sagt Pohr: "Und wir haben auch das Know-How, um sie zu bedienen."
Rüstung gibt Sicherheit für Firma
Letztlich seien die Produkte für die Rüstungsindustrie mit diesen Mitteln nicht schwieriger herzustellen als etwa Bauteile für Straßenbaumaschinen oder Ernte-Traktoren, sagt Pohr. Für ihn sind es Produkte wie alle anderen auch.
Für seine Firma allerdings sind die Teile eine Chance, sich in der Wirtschaftskrise am Markt zu behaupten, sagt Henning Schlöder: "Es gibt uns und unseren Mitarbeitern eine gewisse Sicherheit in dieser unsicheren Zeit."