Den großen Kirchen in Deutschland laufen die Leute davon: jedes Jahr treten deutlich mehr Menschen aus der evangelischen oder katholischen Kirche aus als neue dazu kommen.
Ein kirchliches Angebot gibt es aber, das eine große Mehrheit auf keinen Fall missen will. Nein, nicht der für viele obligatorische Weihnachtsgottesdienst mit Krippenspiel. Sondern die Seelsorge.
Umfrage: 81 Prozent finden Seelsorge der Kirche wichtig
In einer Umfrage im Auftrag der Evangelischen Kirche (EKD) geben mehr als 80 Prozent an, in der kirchlichen Seelsorge einen verlässlichen Anker in Krisensituationen zu sehen. Ähnlich viele können zumindest ein konkretes Seelsorge-Angebot nennen, auch die konfessionslosen Befragten.
Die große Vielfalt des Angebots sei dagegen weit weniger Menschen bekannt, bedauert Heike Springhart, evangelische Landesbischöfin in Baden-Württemberg: "Es gibt Seelsorge für Jugendliche, für Studierende oder für Schausteller. Wir sind im Altenheim, bei der Polizei, am Flughafen oder beim Militäreinsatz."
Kirchen: Beliebtheit der Seelsorge ändert nichts am Mitgliederschwund
Diese Angebote seien ausdrücklich offen für alle, nicht nur für Kirchenmitglieder, betont sie. Ähnlich breit gefächert wie das Seelsorge-Angebot selbst seien auch die Wege, sich ehrenamtlich einzubringen, sagt die Landesbischöfin im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Gerald Pinkenburg. Dabei geht es auch um die Frage, warum diese Wertschätzung der kirchlichen Seelsorge gegenüber nichts an den kontinuierlichen Kirchenaustritten ändert.