Konjunkturprognose halbiert: Der Aufschwung fällt flach aus

Die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für das laufende Jahr halbiert - von 1,3 auf 0,6 Prozent. Darüber spricht SWR Aktuell-Moderator Alfred Schmit mit Hauptstadtkorrespondent Maximilian Ulrich.

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Der Krieg ist schuld

"Der Hauptgrund ist der Krieg der USA und Israels gegen den Iran. Der damit verbundene Energiepreisschock hat unter anderem das Benzin an den Tankstellen teuer werden lassen.", erklärt Ulrich. Dadurch verteuere sich nach und nach alles Mögliche." Weil die Transportkosten steigen und weil auch andere Industrien, zum Beispiel für Kunststoffe oder Düngemittel, alle irgendwie mit Gas zu tun haben. Deswegen steigt die Inflation und das Wirtschaftswachstum, das gerade wieder leichten Aufwind hatte, fällt geringer aus."

Die Bevölkerung wird zu alt

"Darüber hinaus sagen die Institute, dass wir ein Problem mit der Bevölkerungsentwicklung haben. Es gibt zu viele Menschen, die in Rente gehen, und es kommen zu wenige nach, die arbeiten. In den nächsten zehn Jahren werden wir deswegen kaum noch Produktivitätssteigerung haben. Außerdem gibt es nach wie vor einen zu großen bürokratischen Aufwand. Man muss viel zu viele Formulare ausfüllen und kontrollieren." Auch das binde Arbeitskräfte, sagt Ulrich.

Maßnahmen der Bundesregierung

Eigentlich tue die Regierung sehr viel, indem sie durch das Sondervermögen sehr viel Geld ausgebe. "Diese staatlichen Ausgaben waren der Grund, warum die Wirtschaft Anfang des Jahres wieder gewachsen ist. Dass jetzt Brücken gebaut, Gleise saniert und Rüstungsgüter produziert werden, hat zu Wachstum geführt. Und all das wird jetzt eigentlich durch diesen Iran-Krieg wieder zunichte gemacht."

Wie kann man den Energiepreisschock abfedern?

Da gibt es sehr viele Vorschläge: "Zum Beispiel die Steuern an den Tankstellen oder die Mehrwertsteuer auf Lebensmittel könnten gesenkt oder komplett gestrichen werden. Das wird gerade alles von der Bundesregierung geprüft und in der kommenden Woche soll es erste Ergebnisse geben." Er hoffe, dass es da ein Gesamtpaket geben werde und nicht nur einzelne Maßnahmen verkündet werden, sagt Ulrich.