Merz und sein Verkehrsminister: "Schnieder stand wie blöd da"

Für seinen Umgang mit Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) erntet Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) viel Kritik. Die sonst eher ruhige rheinland-pfälzische CDU-Landtagsfraktion sagt ein Treffen mit dem Kanzler ab.

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Eigentlich wollte die rheinland-pfälzische CDU-Fraktion im September bei einer Klausurtagung in Berlin auch Bundeskanzler Friedrich Merz treffen. Doch dazu wird es nicht kommen. In einem Schreiben, das dem SWR vorliegt, beschreibt die Fraktion, die Art und Weise, wie mit Schnieder umgegangen worden sei, habe in der Fraktion für "erhebliches Unverständnis" gesorgt.

"Ein persönlicher Austausch (…) setzt aus unserer Sicht ein Mindestmaß an gegenseitigem Vertrauen und Wertschätzung voraus", heißt es in dem Schreiben weiter. Im Klartext heiße das: "Die rheinland-pfälzische CDU-Fraktion hat überhaupt keine Lust, sich mit Bundeskanzler Merz zu treffen", sagt Gernot Ludwig aus der SWR-Redaktion Landespolitik Rheinland-Pfalz. Dass die Fraktion sich so klar positioniere, sei überraschend. Eigentlich gelte die CDU Rheinland-Pfalz als ein ruhiger und zurückhaltender Landesverband, von dem eigentlich keine Störfeuer zu erwarten seien, so Ludwig.

Merz plante Kabinettsumbau

Grund für den Unmut sind Berichte, wonach der Bundeskanzler den aus der Eifel stammenden Verkehrsminister entlassen wollte. Merz soll Schnieder Medienberichten zufolge im Urlaub angerufen haben, um ihm das mitzuteilen. Zu einer tatsächlichen Entlassung kam es allerdings nicht, weil ein designierter Nachfolger abgesagt habe, beschreibt SWR-Redakteur Gernot Ludwig. "Schnieder stand wie blöd da, komplett beschädigt. Daraufhin hat er selbst die Reißleine gezogen und um seine Entlassung gebeten", so Ludwig.

Die Geschichte hat tiefe Wunden hinterlassen, die nicht über Nacht heilen werden.

Warum die Entlassung von Patrick Schnieder als Verkehrsminister überhaupt im Raum stand und wie sich das Verhältnis der rheinland-pfälzischen CDU zum Kanzler in Zukunft entwickeln könnte, beschreibt Gernot Ludwig im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch.

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