Mündliches Abi bei Hitze: Wie kann das gelingen?

Die erste Rekord-Hitzewelle ist vorbei. Bei so einer Hitze fällt einem auch das Lernen schwerer als sonst. Viele Schülerinnen und Schüler haben aber gerade in diesen Tagen mündliche Prüfungen - sowohl an den Realschulen als auch an den Gymnasien in Baden-Württemberg.

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Stand

Johannes Stahl ist Vorsitzender des Landesschülerbeirats Baden-Württemberg. In SWR Aktuell schildert er die letzten Tage des Büffelns auf die Prüfungen wie folgt:

Ich sitze dann halt in der Oberstufe, in der Mittagsschule, um 15, um 16 Uhr - ich krieg kein Hitzefrei, weil es in der Oberstufe einfach kein Hitzefrei gibt. Ich kann mich nicht konzentrieren, weil es einfach zu heiß ist. Vorne wird mir Mathe beigebracht, was ich sowieso nicht verstehe. So verstehe ich es dann halt doppelt nicht. Danach setzte ich mich daheim in ein wahrscheinlich nicht klimatisiertes Zimmer. Ich hab aber das Pflichtgefühl oder sehe die Notwendigkeit, den Stoff irgendwie hier zu verstehen, weil ich ihn im Unterricht nicht verstanden habe. Aber zu Hause verstehe ich ihn genauso wenig, weil es eben so warm ist. Das ist dann kein 'okay, ich krieg es irgendwie trotzdem hin' - sondern dann wird es halt einfach schrecklich.

Mehr Mitsprache beim Thema Hitze gefordert

Stahl fordert ein Mitspracherecht für Schülerinnen und Schüler beim Thema Hitzefrei: "Das ist absolut notwendig, damit sinnvolle Entscheidungen getroffen werden."

Baden-Württembergs Kultusminister Andreas Jung (CDU) hatte vorgeschlagen, die Rauminnentemperatur zu messen. Das ist mega-sinnvoll. Aber er hat dann vorgeschlagen, ab 30 Grad [Innentemperatur] könne es Hitzefrei geben. Da hätte er mal mit einem Schüler sprechen müssen - 30 Grad in einem Klassenzimmer, in dem 30 pubertierende schwitzende Schülerinnen und Schüler drin sind, das funktioniert nicht. Das ist viel zu spät.

Im Moment ist es kühler, aber die nächste Hitzewelle kommt bestimmt: Um schnell für bessere Lernbedingungen bei Hitze zu sorgen, braucht es nach Meinung des Landesschülerbeirats-Vorsitzenden Klimaanlagen, Wasserspender und eben eine einheitliche Hitzefrei-Regelung an allen Schulen.

"Mir lief der Schweiß herunter, aber nicht vor Nervosität"

Dass seine Leistung in der Prüfung unter der Hitze gelitten hat, denkt Stahl nicht, "da es die letzten Tage glücklicherweise ein bisschen abgekühlt hat". "Aber ich stand da in meiner Prüfung drin und habe gemerkt, wie mir der Schweiß herunter läuft - aber nicht, weil ich nervös war, sondern weil es einfach so heiß war."

Was tatsächlich in den Klassenräumen seiner Erfahrung nach gemacht wurde und wie groß die Solidarität unter den Lehrern mit den Schülern ist, das wollte SWR Aktuell-Moderatorin Ulrike Alex von Johannes Stahl wissen.

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