Orbans Sturz: Das Ende von Europas Rechtsruck?

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Nach dem Wahlsieg der Opposition herrscht in Ungarns Hauptstadt Budapest große Freude. Politikwissenschaftlerin Ellen Bos beschreibt eine regelrechte Aufbruchsstimmung: Menschen feiern auf den Straßen, sprechen von einem Gefühl wie nach der Wende 1989.

Man hatte das Gefühl, Ungarn hat mindestens die Europameisterschaft gewonnen

Aufbruchsstimmung, aber kein schneller Wandel

Vor allem junge Menschen hätten maßgeblich zum Machtwechsel beigetragen. Viele hoffen nun auf mehr Freiheit, auch an den Universitäten, wo Forschung und Lehre zuletzt eingeschränkt waren. Künftig könnten Hochschulen wieder mehr Autonomie bekommen und stärker in europäische Programme eingebunden werden.

Veränderungen kommen nicht über Nacht

Strukturen, die über Jahre gewachsen sind, lassen sich nicht sofort zurückdrehen. Der politische Umbruch hat auch eine größere Dimension: Viktor Orbán galt lange als Vorbild für rechtspopulistische Bewegungen in Europa. Mit seiner Abwahl verliert diese Strömung eine zentrale Figur. Laut Bos ist damit auch der Mythos seiner Unbesiegbarkeit gebrochen, ein Signal, das weit über Ungarn hinaus wirkt.