Secondhand mit Schattenseiten: Was hinter dem Geschäft mit Altkleidern steckt

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Der Frühling ist für viele die Zeit zum Ausmisten im Kleiderschrank. Vieles ist zu schade zum Wegwerfen. Secondhand-Plattformen scheinen dafür eine einfache und nachhaltige Lösung zu bieten. Doch eine Recherche zeigt: So einfach ist es nicht. Vanessa Materla, Journalistin und Autorin einer Doku für das ARD-Angebot "Team.Recherche", hat die Plattform Sellpy genauer untersucht. Diese gehört mehrheitlich zum Fast-Fashion-Konzern H&M – ein Widerspruch, wie Materla sagt. Denn das Geschäftsmodell des Unternehmens ziele eigentlich auf den Verkauf möglichst vieler neuer Kleidungsstücke ab.

17.03.2026 Inside Secondhand - Wo die Kleider wirklich landen

Das Geschäft mit Secondhand-Kleidung boomt. Online-Plattformen werben mit Nachhaltigkeit. Doch wie glaubwürdig ist dieses Versprechen? 

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Jedes Kleidungsstück, das ich nicht kaufe, ist das beste Kleidungsstück

Was wirklich mit Kleidung passiert

Für ihre Recherche hat Materla zwölf Kleidungsstücke mit Trackern versehen und bei Sellpy eingeschickt. Über mehrere Monate verfolgte sie deren Weg. Einige Teile wurden tatsächlich verkauft und weitergetragen. Andere jedoch, die als "gespendet" oder "recycelt" deklariert waren, nahmen einen anderen Weg. Eine Sporthose etwa landete schließlich in Pakistan. Dort, so die Recherche, werden große Mengen importierter Altkleider weiterverwertet, allerdings häufig durch Verbrennung zur Energiegewinnung. Das habe gravierende Folgen: Die Kleidung enthalte viele Chemikalien, deren Verbrennung Schadstoffe freisetze. Diese gelangen ungefiltert in die Umwelt und seien auch gesundheitsschädlich für die Menschen vor Ort.

Kritik am Geschäftsmodell

Laut Materla gehen Brancheninsider und Verbraucherschützer davon aus, dass sich das Modell für H&M wirtschaftlich derzeit kaum lohnt. Stattdessen könne es sich um eine Form von "Greenwashing" handeln. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Secondhand bleibt grundsätzlich sinnvoller als Neukäufe. Doch nicht jedes Angebot ist automatisch nachhaltig. Materla rät deshalb, das eigene Konsumverhalten zu hinterfragen.

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