SWR Aktuell Filmtipp

Neu im Star Wars-Universum: Warum "The Mandalorian & Grogu" nicht überzeugt

Für Star Wars-Fans ist der Film ein Muss: "The Mandalorian & Grogu". Der Titelheld und sein "Baby Yoda"-Ziehsohn geraten auf der Suche nach einem imperialen Warlord in wilde Abenteuer. Der Film setzt die Serie fort. Das ist seine Stärke und auch seine Schwäche, sagt Filmkritikerin Anna Wollner im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Fischer.

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Die Beziehung zwischen dem Mandalorian Din Djarin (Pedro Pascal) und Grogu war das Herzstück der Serie. Das komme auch im Film überzeugend rüber, sagt Anna Wollner: "Die Dynamik zwischen dem wortkargen Krieger und dem verletzlichen Kind trägt vieles." Es handelt sich nach Aussage von Mandalorian-Darsteller Pedro Pascal um eine "Eltern-Kind-Dynamik", die nicht selbstverständlich von Beginn an vorhanden ist, sondern sich langsam entwickelt. Die leisen Momente seien die Stärke des Films, wenn Grogu ganz ohne Sprache Emotionen transportiert. "Da funktioniert der Film sehr gut."

The Mandalorian and Grogu | Official Trailer | In Theaters May 22, 2026

Erzählweise fehlt "großer dramaturgischer Bogen"

Die Schwächen des Films sieht Anna Wollner vor allem in der Erzählweise. "Statt einer klar zugespitzten Kinogeschichte, bekommt man eher einzelne Missionen, die aneinandergereiht sind." Damit fehle "der große dramaturgische Bogen", den man im Kino erwarte. Stattdessen wirke "The Mandalorian & Grogu" fast so wie die Episoden der Serie. "Dadurch fühlt sich das ganze stellenweise eher wie eine sehr hochwertige Serienfolge an und nicht wie ein eigenständiger Film."

Großes Kino, das sich "kleiner anfühlt"

Die filmische Umsetzung macht die erzählerischen Schwächen jedoch zum Teil wieder wett, findet die Filmkritikerin. "Technisch ist das alles genau das, was man sich von Star Wars erhofft." Die Inszenierung sei opulent und detailreich und vermittle ein visuelles Gefühl die fiktive Welt. Außerdem bringe Schauspielerin Sigourney Weaver mit der Figur von Colonel Ward eine neue Dynamik in den Film. Sie stehe für die militärische Perspektive der Neuen Republik.

Aber für Anna Wollner bleibt ein Widerspruch: "Es sieht nach großem Kino aus, es fühlt sich aber oft kleiner an. Für Fans ist das völlig ausreichend - vielleicht sogar genau richtig. Wer aber wirklich ein völlig neues Kapitel im Star Wars-Universum erwartet, bekommt eher einen vertrauten und gut gemachten Ausflug."