Achim Wambach, Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim (ZEW) empfiehlt, zumindest in den USA weniger deutsches Gold zu lagern. In SWR Aktuell sagte er: "Das, was wir jetzt in der amerikanischen Politik sehen, hätte man vor ein paar Jahren nicht für möglich gehalten - dass ein US-Präsident Ansprüche auf Grönland erhebt."
Weniger Goldbestände in den USA lagern?
Deshalb muss laut Wambach die Risikoanalyse neu geführt werden. Ein Ergebnis könnte sein, dass man nicht so große Goldbestände in New York lässt.
Zudem muss sich die Bundesbank überlegen, welche Instrumente sie in der Hand hat, falls es Spannungen auf dem Goldmarkt geben sollte, so der ZEW-Präsident.
Wir sehen es an Russland - das ist kein Vergleich zu den USA - aber die Auslandsbestände der Russen in Europa sind eingefroren. Die Möglichkeit, dass sich ein amerikanischer Präsident überlegt, welche Hebel [um Druck auszuüben] er in der Hand hat, wenn er mehr Leistungen aus Europa fordert, ist nicht mehr ausgeschlossen.
"Der Gedanke, einen Teil des Golds zurückzuholen, ist kein Unding"
Die Goldbestände in den USA seien schon länger ein Diskussionspunkt. Bereits vor einigen Jahren seien 300 Tonnen aus den USA nach Deutschland zurückgeführt worden. "Es ist kein Unding, darüber nachzudenken, ob man wieder einen Teil der Goldreserven nach Europa zurückholt." Wambach geht allerdings nicht davon aus, dass die Bundesregierung aktuell von den USA das Gold komplett zurückfordern wird.
Im Moment sind die Spannungen so groß. Das ist kein guter Zeitpunkt.
Außerdem sei es Aufgabe der Bundesbank, ihre Bestände zu sichern und sich zu überlegen, welche Risiken es in diesen Beständen gebe. Im Moment seien die Anzeichen nicht so, dass in die Finanzmärkte eingegriffen werde. "Das Finanzsystem ist stabil", so der ZEW-Präsident. Warum deutschen Goldvorräte überhaupt in New York und London lagern und was passieren müsste, damit die Bundesregierung das Gold zu Geld machen würde, das wollte SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich von Achim Wambach wissen.