Wie sinnvoll wäre ein Social-Media-Verbot für Menschen unter 14?

TikTok, Instagram, Snapchat. Viele Studien belegen, dass Social-Media-Nutzung nicht gut für Kinder und Jugendliche ist. Sollte es deswegen Zugangsbeschränkungen geben? Die Diskussion läuft schon lange. Nachdem sich am Wochenende auch die CDU auf ihrem Bundesparteitag für ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 14 ausgesprochen hat, könnte die schwarz-rote Koalition schnell handeln. Denn auch die SPD ist dafür- so wie auch Silke Müller, Ex-Schulleiterin und jetzt die erste Digitalisierungs-Botschafterin von Niedersachsen. SWR-Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch hat mit ihr gesprochen.

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Müller begrüßt, dass Politiker jetzt konkreter über eine Altersbegrenzung für soziale Medien nachdenken. Hauptargument für eine Einschränkung sind nach Ansicht der Digitalisierungs-Botschafterin die massiven Gefahren, denen Kinder im Netz ausgesetzt sind: Manipulation, Radikalisierung, brutale Inhalte sowie die Bedrohung durch Pädokriminelle. Enormer psychischer Druck entstehe durch Cybermobbing. Gegen die Suchtmechanismen der Plattformen könnten die jungen Menschen ohne Schutz kaum bestehen.

14 ist vielleicht der gute Mittelweg.

Welche konkrete Altersgrenze sollte gelten? Müller hält 14 Jahre für einen angemessenen Richtwert, weil dies die „Hochphase der Pubertät“ markiere, in der Jugendliche besonders nach Orientierung suchen und Schutz vor äußeren Einflüssen brauchen. 16 Jahre sei als Grenze zu spät, schließlich traue man jungen Menschen in diesem Alter bereits politische Teilhabe wie das Wahlrecht zu.

Ich hätte ja genauso reagiert als junger Mensch und gesagt, jetzt wird mir etwas genommen, was völlig normal war über Jahre.

Abschließend fordert Müller, dass ein Verbot keinesfalls die Vermittlung von Medienkompetenz ersetzen kann und darf. Dieser Prozess müsse bereits ab der ersten Klasse beginnen, weil Kinder sehr früh mit Medien in Kontakt kommen. Es müssten sowohl Schüler als auch Erwachsene einbezogen werden, um einen reflektierten Umgang mit digitalen Inhalten zu fördern. Auch wenn Müller den Protest von Jugendverbänden versteht, sieht sie die ältere Generation in der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen, die Entscheidung transparent zu kommunizieren und gemeinsam mit den jungen Menschen an Sicherheitskonzepten für das Netz zu arbeiten.

Rheinland-Pfalz

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