"Es ist ja eine Einigung", sagt Achim Wambach, Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim, in SWR Aktuell über den Zoll-Deal zwischen der EU und den USA. Die Alternative wäre laut ihm eine Auseinandersetzung gewesen - so wie China das mache. Ob das aber der bessere Weg ist, bezweifelt der Experte. Der Konflikt gehe schließlich weit über die Zölle hinaus. Die USA wollten mit den Zöllen Teile des Haushalts finanzieren, daher sei es illusorisch, als Ziel gar keine Zölle zu setzen. Er bewertet den Deal deshalb als "das Beste, was möglich war."
15 Prozent Import-Zölle auf fast alle Waren, die die EU in die Vereinigten Staaten verkaufen will – das ist das Ergebnis. Diese 15 Prozent seien aber schlecht für die USA, sagt Wambach im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Böhnisch. Warum das so ist und welches Potenzial für Wirtschaftswachstum die EU ausbauen sollte, darüber spricht Achim Wambach ebenfalls.
"15 Prozent sind besser als 30 Prozent." Wie die IHK Baden-Württemberg über den Zoll-Deal mit Trump denkt
Erleichterung: Ja. Freude: Nein. So könnte man die Reaktionen auf das zusammenfassen, das US-Präsident Trump und EU-Kommissionschefin von der Leyen gestern in Trumps Golfanlage in Schottland bekannt gegeben haben. Sie haben sich im Zollstreit geeinigt. Die USA erheben 15 Prozent Zoll auf alle EU-Importe - statt wie angedroht 30 oder mehr. Die EU kauft im Gegenzug noch mehr Gas und Öl aus den Vereinigten Staaten und investiert kräftig in die US-Wirtschaft. Wie schauen die Unternehmen im Südwesten auf die Einigung zwischen der EU und den USA? Claus Paal vertritt viele davon: Er ist Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Baden-Württemberg und selbst Unternehmer.
Vor zwei Wochen hat er im SWR mit Blick auf die Zollverhandlungen gesagt: am allerwichtigsten seien Planbarkeit und Berechenbarkeit. Ob sich die Haltung geändert hat, erklärt Paal bei SWR-Aktuell-Moderator Andreas Fischer.