"Ein Handelskrieg wäre ein herber Rückschlag für die zarte Erholung unserer Wirtschaft gewesen", sagte Volker Scherer von der Industrie- und Handelskammer der Pfalz in Ludwigshafen dem SWR.
Nach Angaben der IHK in der Pfalz müsse man nun abwarten, ob und in welchem Umfang diese Zolleinigung womöglich zu einem Rückgang der Exporte in die USA führen werde. Auch andere Faktoren wie etwa das Verhältnis von Dollar zum Euro spielten hier eine Rolle. Gewinnt der Dollar gegenüber dem Euro an Wert, könnte dies die Auswirkungen der höheren Zölle abmildern.
US-Basiszölle von 15 Prozent
US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatten sich am Wochenende auf einen Basiszollsatz von 15 Prozent auf die meisten EU-Importe in die USA geeinigt. Damit sind die von Trump zum 1. August angekündigten Zölle von 30 Prozent abgewendet.
Die Zölle für die meisten Produkte wurden jetzt von rund 30 auf 15 Prozent gesenkt. Die Einigung ist laut IHK wichtig, auch wenn die Zölle mit 15 Prozent noch immer höher liegen als vor der Trump-Ära.
Knapp ein Zehntel der Exporte geht in die USA
Gerade die Pfalz ist laut IHK stark auf einen funktionierenden Handel mit den USA angewiesen. 2024 sind laut Statistischem Landesamt Rheinland-Pfalz neun Prozent aller Exporte in die USA gegangen: Die USA steht bei den Handelspartnern an zweiter Stelle, nach Frankreich.
Das wichtigste rheinland-pfälzische Exportgut im Handel mit den USA sind Maschinen. Sie hatten 2023 einen Anteil von 29 Prozent an den Ausfuhren in die USA (1,7 Milliarden Euro). Danach folgten pharmazeutische und chemische Erzeugnisse sowie Metalle, Leder und Lederwaren.
Stahl, Wein & Arzneien Zoll-Einigung EU und USA: gemischte Gefühle in Rheinland-Pfalz
Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz reagiert mit gemischten Gefühlen auf die Einigung im Zollstreit zwischen den USA und der EU: Die Planungssicherheit sei gut, der Zollsatz zu hoch.
Daimler begrüßt Einigung im Zollstreit
Das Unternehmen Daimler Truck, das im südpfälzischen Wörth ein großes Lkw-Werk betreibt, hat auf die Zolleinigung zwischen der EU und den USA grundsätzlich positiv reagiert. Die Rahmenvereinbarung sei ein positives Signal, entscheidend werde jedoch sein, wie die getroffene Vereinbarung konkret ausgestaltet wird, heißt es in einer schriftlichen Antwort auf eine SWR-Anfrage. Gleichzeitig ist in der Daimler-Mitteilung davon die Rede, dass Unternehmen für Investitionen auf "verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen sind."
BASF wünscht sich freien Handel
"Die jetzt als Zwischenschritt zu einer Verhandlungslösung vereinbarten Zölle zwischen der EU und den USA reduzieren die aktuelle Unsicherheit und geben Raum für Detailverhandlungen", teilte ein BASF-Sprecher dem SWR auf Anfrage mit. Das Unternehmen stehe nach wie vor hinter der Idee eines freien Handels, da Zölle sich langfristig auf beiden Seiten negativ auswirken würden.
Die direkten Auswirkungen der US-Zölle auf die BASF hielten sich jedoch in Grenzen, da das Unternehmen auch in den USA produziere, hieß es weiter. In den USA wurden im Jahr 2024 mehr als 80 Prozent des BASF-Umsatzes mit lokal hergestellten Produkten erzielt.
Es sei schwierig, die vollständigen Auswirkungen der aktuellen Zölle auf das Geschäft der BASF abzuschätzen, da die Details zu Ausnahmen derzeit noch nicht bekannt seien.