Wer die Tage einen Blick in die Wetter-App geworfen hat, sieht: Es wird wieder heiß. Ab diesem Mittwoch zeigt die App Temperaturen über 30 Grad an. Aber wie heiß wird es wirklich und wie lange dauert die Hitze an?
Hitzehöhepunkt am Donnerstag
Laut SWR-Wetterexperte Gernot Schütz sieht es momentan danach aus, als sei der Hitzehöhepunkt der Woche für Donnerstag zu erwarten. "38 oder 39 Grad werden sicherlich erreicht und ich halte auch die 40 Grad für möglich", so Schütz.
Ob wirklich die 40 Grad erreicht werden, hänge allerdings von mehreren Details ab - beispielsweise ob der Rauch der französischen Brände, die sich momentan im Südwesten Frankreichs ausbreiten, nach Deutschland ziehe oder sich Wolkenfelder bilden.
40 Grad oder nicht - Extremtemperaturen in jedem Fall belastend
Der Rauch der französischen Brände ist laut Schütz' Kollegen Hartmut Mühlbauer eine trockene Dunstschicht, die in der Luft dazu führen könnte, dass es nicht ganz so heiß wird. "Bei hohen Temperaturen ist alles ein Faktor, die Sonne muss optimal heizen können", so Mühlbauer. "Wenn da etwas in der Luft ist, was stört, kann das schon ein bis zwei Grad Unterschied ausmachen."
Allerdings seien die Brände mittlerweile weitgehend gelöscht. "Und egal, ob es 39 oder 40 Grad sind, das ist sehr heiß und sehr belastend für alle", so Mühlbauer.
Abhängig von Wetterlage Feuer in Frankreich machen sich auch in Südbaden bemerkbar
Die schweren Waldbrände im Südwesten Frankreichs sind auch in Südbaden wahrnehmbar. Am Wochenende roch es mancherorts nach Rauch. Der kam wohl aus den Waldbrandgebieten.
Tropische Nächte ab Dienstag möglich
Tropische Nächte sind laut Experte Schütz diese Woche sehr wahrscheinlich. "Eventuell schon in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, aber relativ sicher dann in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag", sagt Schütz. In diesen Nächten könnten die Tiefsttemperaturen bei 23 bis 25 Grad liegen.
Auch abseits der bekannten Hitzezonen wird es am Donnerstag dann laut Deutschen Wetterdienst sehr heiß: Auf der Schwäbischen Alb und im mittleren Schwarzwald sind 33 bis 35 Grad möglich, selbst auf dem Feldberg könnten es noch rund 25 Grad werden. In Ulm müssen sich die Menschen auf bis zu 37 Grad einstellen.
Nach dem Höhepunkt am Donnerstag sind laut Schütz am Ende der Woche noch sommerliche 32 bis 33 Grad möglich. Wie lange die Hitze andauere, sei noch schwer abzuschätzen, allerdings scheine es so, als würde die allergrößte Hitze ab Freitag vorbei sein. Danach seien die Absolutwerte nicht mehr so hoch, allerdings werde "vor allem die Luft sehr schwül", so der Experte. "Es gibt dann zum Teil auch kräftige Schauer und Gewitter."
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Experte zu Trockenheit: "Die Lage ist relativ dramatisch"
Schütz' Wetter-Kollege Bernd Madelener lenkt den Fokus von der Hitze auf die Gefahr der momentanen Trockenheit: Es wird erst einmal keinen ausgleichenden Regen geben. Und das sei für die ohnehin zu trockene Natur in Baden-Württemberg nicht förderlich. Es sind zwar vereinzelt Gewitter angekündigt, aber die reichen nicht aus: "Der Boden ist so hart, wenn es da mal ein paar kleine Gewitter gibt, fließt das Wasser einfach weg und kann gar nicht in den Boden eindringen", erklärt Madlener.
Böden, Flüsse und Wälder seien laut dem Experten so trocken, dass es mehrere Monate immer wieder lange regnen müsste, um das Defizit auszugleichen. Und dieser Regen ist nicht in Sicht. "Lokal kommt das manchen zwar nicht so vor, aber generell betrachtet ist die Lage relativ dramatisch".
Die Waldbrandgefahr steigt parallel zur Hitze deutlich an. Die DWD-Karte zeigt für Donnerstag in weiten Teilen Baden-Württembergs die höchsten Gefahrenstufen 4 und 5.
Ein Sommer der Extreme
Der Blick auf den bisherigen Monat zeigt, wie außergewöhnlich der Sommer 2026 ist: In Stuttgart lagen demnach 23 der ersten 27 Julitage über dem langjährigen Mittel, nur ein Tag war normaltemperiert, zwei Tage zu kalt. Bis Monatsende dürften es 28 zu warme Tage werden. Insgesamt zählte Meteorologe Marc Joußen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Stuttgart seit Mai bereits vier Hitzewellen - eine fünfte hält er zumindest für möglich.
Rekordtemperaturen sind nach aktuellem Stand für die kommende Hitzewelle nicht zu erwarten - für dieses Jahr aber weiter möglich. "Bis Mitte August geht da noch was", so Joußen vom DWD - danach werden die Nächte länger und die Chancen auf Extremwerte sinken.