Neue NABU-Studie

Billiger als Bagger: So helfen Biber bei der Renaturierung von Flüssen

In Baindt nahe Ravensburg ist der Biber für die Renaturierung des Bampfen zuständig, mit seinen Dämmen und gefällten Bäumen hat er einen Abschnitt des Flusses umgestaltet.

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Von Autor/in Jakob Sax

Der Biber erweist sich bei der Renaturierung von Flüssen als effizienter und kostengünstiger Helfer. Doch seine Rückkehr sorgt auch für Konflikte mit Landwirtschaft und Infrastruktur in Baden-Württemberg. Um einen 1,2 Kilometer langen Gewässerabschnitt zu renaturieren, wären laut einer Studie der Naturschutzorganisation NABU ungefähr 100.000 Euro nötig - für Planung, Genehmigungsverfahren und Baukosten. Im Unterhalt ist ein vom Biber renaturiert Fluss ebenfalls günstiger als ein von Menschen gestalteter Fluss.

Ein vom Biber angenagter Baum in Sanduhr-Form.
Am Fluss Bampfen nagt seit etwa 10 Jahren der Biber an Bäumen, damit verändert er die Flusslandschaft regelmäßig neu. Jakob Sax

Biber spart im Unterhalt etwa 1.800 Euro

Im exemplarischen Flussabschnitt ist der Biber nicht ganz alleine tätig, er wird von Biberbeauftragten beobachtet. Außerdem vermittelt das Landratsamt Ravensburg bei Konflikten, etwa mit Landwirten. Zusätzlich sind weiterhin kleinere Landschaftspflegearbeiten nötig - etwa dort, wo der Biber nicht im Sinne des Menschen handelt. Für diese Maßnahmen veranschlagt der NABU knapp 3.700 Euro jährlich. Der Unterhalt eines von Menschen renaturierten Flusses kostet dagegen rund 5.595 Euro pro Jahr.

Der Biber macht es sozusagen kostenfrei. Er spart uns die Kosten, die Nerven und die Zeit für die Planung, weil er das natürlich selbstständig macht und zwar 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

Biotop entstanden durch Biber

Durch die Biberdämme wird der Fluss aufgestaut.
Durch die Dämme des Bibers staut sich der Fluss, die verschiedenen Fließgeschwindigkeiten sorgen für Lebensraum für unterschiedlichste Tiere. Jakob Sax

Die Flusslandschaft wird durch Aktivität des Bibers bereichert, durch Dämme und Bäume entstehen kleine aufgestaute Seen, aber auch durch schneller fließenderes Gewässer. Das entstandene Biotop dient der Artenvielfalt: Es ist Lebensraum für Amphibien, Insekten und Vögel.

Schäden für Landwirtschaft und Infrastruktur

Die Ansiedlung von Bibern ist umstritten: Landwirte kämpfen mit überfluteten Flächen und teilweise gefährdet der Biber Infrastruktur wie beispielsweise Bahngleise. Die neue Biberverordnung des Landes Baden-Württemberg sieht vor, dass die Tiere künftig leichter getötet werden dürfen. Das zuständige Umweltministerium wollte sich dazu auf SWR-Anfrage nicht äußern, da eine Klage gegen die Verordnung laufe. Umweltverbände wie der NABU kritisieren die neue Verordnung. Stattdessen solle man ungewollte Schäden durch den Biber mit Maßnahmen wie Drahthosen an Bäumen oder Elektrozäunen verhindern.

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Jakob Sax
Multimedialer Autor Jakob Sax

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