Heizungs- und Klimatechnikgeschäft

Bosch schließt Milliarden-Übernahme ab

Nach dem Ja der Kartellämter: Der Stuttgarter Konzern übernimmt das Heizungs- und Klimageschäft vom US-Rivalen Johnson Controls. Davon will Bosch in den USA und Asien profitieren.

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Von Autor/in Petra Thiele

Bosch hat die größte Übernahme in seiner Firmengeschichte abgeschlossen: Für umgerechnet rund 7,4 Milliarden Euro übernehmen die Stuttgarter das weltweite Heizungs-, Lüftungs- und Klimalösungsgeschäft für Wohn- und kleine Gewerbegebäude vom US-amerikanischen Konkurrenten Johnson Controls.

Die Transaktion war im Juli vergangenen Jahres bekannt gegeben worden. Der Erwerb des Klimaanlagen-Gemeinschaftsunternehmens von Johnson Controls und dem japanischen Industriekonzern Hitachi ist damit ebenfalls durch.

Bosch-Tochter "Home Comfort" verdoppelt sich

Unternehmenschef Stefan Hartung teilte mit, dass Bosch damit in die "Champions League" aufsteige. Man beschleunige das Wachstum und balanciere das Geschäft aus. Bosch werde dadurch "kraftvoller und robuster", so Hartung. Die neuen Einheiten sollen bis 2027 in den Bosch-Bereich "Home Comfort" mit Verwaltungssitz in Wetzlar integriert werden.

Die Bosch-Tochter verdoppelt sich damit fast auf mehr als 25.000 Beschäftigte und einem Umsatz von über acht Milliarden Euro. Die Zahl der Werke steigt von 17 auf 33, die der Entwicklungsstandorte von 14 auf 26. 

Bosch nutzt seine Chancen konsequent und steigt im Heizungs-, Lüftungs- und Klimalösungsgeschäft jetzt in die Champions League auf.

Bosch will mit dem Kauf seine Marktposition in Asien und den USA stärken

Mit dem größten Kauf in der fast 140 Jahre langen Firmengeschichte will Bosch seine Marktposition in den USA und in Asien verbessern. Der Bereich Klimatisierung soll gestärkt und das Geschäft mit Wärmepumpen global ausgebaut werden.

Bosch war mit seiner Tochter "Home Comfort" - zu der auch die Marke Buderus gehört - bislang hauptsächlich in Europa vertreten. Nun kommen York in den USA, Hitachi in Asien sowie weitere lokale Marken hinzu.

Bosch will Heiz- und Klimatechnikgeschäft weiter ausbauen

An der Übernahme könne man erkennen, wie schnell und strategisch Bosch vorgehe, ordnet Tina Fuchs aus der SWR Wirtschaftsredaktion ein. Bosch habe gesehen, dass es im Bereich Automotive mit der Elektromobilität nicht so laufe wie erhofft. Deshalb stelle sich das Stuttgarter Unternehmen nun strategisch in einem anderen Wachstumsmarkt für die Zukunft auf - im Bereich Heiz- und Klimatechnik.

Boschs Marktanalyse habe ergeben, dass in diesem Bereich bis 2030 Wachstumsraten von bis zu 50 Prozent auf dem amerikanischen und bis zu 30 Prozent auf dem europäischen Markt möglich seien. Der Weltmarkt belief sich im 2024 auf ein Volumen von mehr als 150 Milliarden Euro, so eine Bosch-Analyse.

Tina Fuchs' Analyse zum Bosch-Deal im Video:

Bosch: Größtes Geschäft in Unternehmensgeschichte

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Aktuell läuft es für Bosch wegen der niedrigeren Fahrzeugproduktion, der Zurückhaltung vieler Menschen beim Konsum und der lahmenden Baukonjunktur in fast allen Sparten schlechter.

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